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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 554

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 554 (sequence 22)
Language
German
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־ — 554 sereS Bruders zu erlangen. Sieh nicht auf die Größe unseres Vergehens! Laß deine Großmnth walten, und beherrsche deinen Zorn, von dem nur gemeine Seelen hingerissen werden, nicht nur in wichtigen, sondern selbst bei unbedeutenden Dingen. Es ist deiner unwürdig, diejenigen zu verderben, die nur von deiner Großmnth das Leben erflehen konnten. Hatten wir doch schon früher deinem Edelsinne unsere Erhaltung zu verdanken, als dn uns erlaubtest, Getreide zu kaufen, und uns und unseren Familien das Dasein zu fristen. Ist es nicht gleichviel: vom Hungertode retten, oder das verwirkte Lebe» schenken? Es ist ein und dieselbe Gnade, nur auf verschiedene Art erwiesen. Erhalte jene, welche du der Erhaltung wegen nährtest, und schenke denen das Leben, die deine Huld nicht wollte durch Hunger sterben lassen. Ich glaube, Gott habe deshalb so unsägliches Elend über uns verheißen, damit deine hohe Tugend sich erweisen könne, daß du nicht nur den Unschuldigen deine Hülfe gönnest, sondern auch denen, die sich gegen dich vergangen haben, gnädig seiest. Wenn Menschen in gewöhnlichen Lebensverhältnissen verzeihen, so finden wir es schön; erhaben ist es, wenn ein Mächtiger Beleidigungen vergiebt. Er nähert sich dadurch der Majestät Gottes, so er dazumal seinen Zorn bekämpft, wenn es in seiner Gewalt steht, den Beleidiger zu vernichten. Wüßte ich nicht, welch tiefe Trauer Josefs Tod unserem guten Vater verursacht hat; wie schwer er den Verlust seiner Kinder -erträgt: ich würde nicht so viele Worte um willen unserer Erhaltung machen, wir würden Alles deiner Großmnth anheimstellen und mit Gleichmnth der Strafe uns unterziehen, wäre nur Niemand, der unfern Tod beweinte. Obwol wir noch jnng sind und des Lebens Freuden wenig gekostet hätten, wenn wir jezt sterben müßten, so bedauern wir das eigene Ich nicht so sehr, als unfern vom Alter und von Kummer gebeugten Vater. Wir flehen dich an, das heute verwirkte Leben um seinetwillen uns gnädigst zu schenken. Er ist ein guter, edler Vater, der uns zum Guten erzogen hat, er verdient nicht so schreckliche Erfahrungen zu machen. Jezt sizt er, der uns so schwer entließ, daheim in Einsamkeit, ihn martert der Kummer. Wenn er unsere Hinrichtung erfährt, und die Ursache derselben, der Gram

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