Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 553 — sie ihre Kleider. Schrecklich war ihre Lage! Mit Grauen dachten sie an Benjamin's bevorstehende Strafe, an des Vaters Gram, an die Unmöglichkeit, das gegebene Wort, Benjamin wohlerhalten zurück zu bringen, lösen zu können. Dieses entsetzliche Ereigniß schmerzte sie noch furchtbarer, nachdem sie geglaubt hatten, alle Beschwerden schon glücklich überstanden zu haben. Ihre eigene Schuld, dachten sie, ist des Vaters und des Sohnes Unglück, weil sie den Erstem gezwungen hatten, ihnen den Knaben mitzugeben. 8. Benjamin wurde als Gefangener vor Josef gebracht. Trauernd zogen die Brüder ihm nach. Der Schmerz hatte sie vernichtet. ״Ihr Gottvergessenen", redete Josef sie an, ״wie habt ihr euch erkühnt, euern Wohlthäter und meine Gastfreundschaft so schändlich zu mißachten!" Diese Ansprache brachte sie außer Fassung. Sie erboten sich, um Benjamin zu befreien, dessen Strafe zu übernehmen. Auch sagte einer, zum andern: Wie glücklich ist Joses! Ist er todt, so darf er die Mühseligkeiten des Lebens nicht ertragen; lebt er, so hat er hinlängliche Genugthuung mit der Rache, die Gott an uns nimmt für unser liebloses Verfahren gegen ihn. Sie nannten sich das Verderben ihres Vaters, weil sie zu seiner Trauer um Josef auch die um Benjamin hinzufügten. Mit Vorwürfen überhäufte sie Rüben. Josef fuhr fort: Euch, die ich für unschuldig halte, entlasse ich, nur den Knaben werde ich bestrafen. Es wäre ungerecht, den Unschuldigen zu Liebe, dem Verbrecher die Strafe zu erlassen, oder die Schuldlosen sammt den überwiesenen Verbrecher zu züchtigen. Ihr könnet also gehen, ich werde euch sicheres Geleite geben. Das durchbohrte das Herz der Brüder, ihr Weh machte sie sprachlos. Juda aber, welcher dem Vater am dringendsten zugeredet hatte, Benjamin mitzuschicken, dieser Mann von Wort und That, war entschlossen, für des Bruders Rettung der größten Gefahr sich auszusetzen. Er trat vor Josef hin und sprach: ״Herr! wir haben gegen dich uns vergangen, und verdienen die Strafe, der wir uns insgesammt unterziehen, obwol wir nicht alle gefehlt haben, und nur auf den Jüngsten von uns die Schuld lastet. Doch können wir uns nicht der Hoffnung entschlagen, von deiner unbegrenzten Güte die Rettung un-