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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 552

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 552 (sequence 20)
Language
German
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552 — ihn hülflos seinem Schicksale überlassen, ob sie, als ginge sein Verbrechen sie nichts an, ohne ihn zum Vater zurückkehren würden? Der Diener that, wie Josef besohlen hatte. Mit Tagesanbruch traten Jakob's Söhne, unbekannt mit dem, was geschehen war, ihre Rückreise an, in zweifachem Frohgefühl, weil sie Simon wieder hatten und Benjamin, wie sie versprochen, dem Vater zurückbringen konnten. Wie erstaunten sie aber, als sie sich von einer Reiterschaar, bei welcher auch der Mann sich befand, der in Benjamin's Sack den Becher gesteckt hatte, verfolgt und umzingelt sahen. Was bedeutet dieser feindliche Angriff gegen uns? fragten die Brüder, die wir noch vor Kurzem von enerm Herrn geehrt und freundlich zu Gaste geladen wurden? Ihr Bösen, erwiederten jene, wie schändlich habt ihr seine Güte und Freundschaft belohnt! Ihr habt den Becher gestohlen, mit welchem er so herzlich euch kredenzt hat. Die Strafe habt ihr schlecht berechnet, die euerer Schandthat folgen muß! Den Tischdiener konntet ihr wohl hintergehen, aber Gott nicht, der mit dem Diebstahl euch nicht entwischen laßt. Und ihr könnt noch fragen, warum wir da sind? als wüßtet ihr es nicht? aber bald sollt ihr die Strafe auch fühlen. Eben so beleidigend sprach Josefs Diener mit ihnen. Die Brüder, welche den Betrug nicht ahnten, lachten zwar; sie sagten: Wie kann, man so leichthin einen Diebstahl uns zumuthen, da wir doch das Geld für das Getreide, um welches Niemand etwas wußte, getreulich wiederbrachten? Aber wozu der vielen Worte? Wir sind uns keiner Schuld bewußt, durchsuchet! und findet ihr nur einen einzigen von uns strafbar, so wollen wir allesammt für ihn büßen. Deß waren die Reiter zufrieden. Nur den, sagten sie, werden wir bestrafen, bei dem der Diebstahl sich findet. Sie durchsuchten zuerst die Säcke der zehn älteren Brüder, als wüßten sie nicht, wo der Becher sich befinde, und als wollten sie allen Fleißes ihres Auftrages sich entledigen. Schon dachten die Brüder sich frei, denn Benjamin hatten sie einen solchen Frevel nicht zugemuthet, und begannen mit den Reitern zu hadern, weil man so ungestüm ihre Abreise hindere. Nun wurde Benjamin's Sack durchsucht. Man zog den Becher heraus. Welch ein Schrecken für Jakob's Kinder! wie weinten und jammerten sie; in Verzweiflung zerrissen

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