Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 547 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 547 — seine Wirkung verfehlen, als sein Vater ihn aufmunterte, sich nebst thalm. Gewandtheit auch gründliche Btbelkenntniß anzueignen, dabei aber auch die allgemeine Bildung nicht aus den Äugen zu verlieren a9). Die väterlichen Ermahnungen fielen auf den Boden eines empfänglichen Herzens. Josef Mesch machte erfreuliche Fortschritte in seinen jüdischen Studien, und auch in den ״Nebensuchen" — d. i. dem externen Wissen — brachte er es so weit, daß er einige philosophische Kollegien mit Nutzen hören konnte. Die Skrupulosität in der Uebnng und Beobachtung der Religionsgebräuche war auf der damaligen Prager Jeschiba nicht mehr so einheimisch und allgemein, wie in früheren Zeiten. Abraham Mesch hatte es daher nothwendig gefunden, seinen Sohn vor der Nachahmung des bösen Beispiels zu warnen Als Josef Mesch (1801) von der Jeschiba heimkehrte, galt in Mähren noch das Sprichwort, daß ״man aus einem Bachur Alles machen könne". Am leichtesten wurde aus dem Bachur der Schwiegersohn irgend eines reichen oder doch wohlhabenden Mannes gemacht. Auch gingen aus den Reihen der von ״Kezinim eingesezten" Bachurim Geschäftsmänner von nicht geringer Bedeutung hervor. Mancher sah fich als Großhändler oder Banquier in den Ädelsstand erhoben, der als ״Bachurl" au dem einen Sabbathe nicht wußte, an wessen Tafel er am künftigen Sabbathe gewiesen sein werde. Dagegen gleiteten Viele auf der Bahn des Handels aus. Sie machten die oft sehr bittere Erfahrung, daß aus einem Bachur denn doch nicht Alles zu machen sei. Die Verunglückten waren genöthigt, ihr Wissen und Können ausznbeuten. Nach Maßgäbe ihrer Fähigkeiten wurden sie Jugendlehrer, Gemeindenotäre, Vorbeter, Rabbinen. Josef Mesch gehörte zu den Glücklicheren. Nachdem er 1801 die Tochter Salomon Berger's in Leipnik geheiratet, und drei Jahre im Hause seines Schwiegervaters verlebt hatte, kehrte er nach Neurausnitz zurück. Hier trat er als Gesellschafter in das Geschäft seines Vaters. Vater und Sohn lebten nicht nur in gea9) Min Ha-Zoresch S. 7S ff. 30) Das. a. a. O.