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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 546

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 546 (sequence 14)
Language
German
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54.6 — R. Israel Siffa27) mb auf R. Samuel Löb Kauder 2^) mit besonderer Vorliebe und Verehrung. Ein ernstes Studium der h. Schrift und der hebr. Sprache und Literatur wurde in dieser Gruppe sorgfältig gepflegt. Dies konnte aus Flesch um so weniger 27) ״R. I. L. kam als junger Mann nach Prag, wo er über 40 Jahre von wohlthätigen Stiftungen lebte. Einen großen Theil seiner Aufenthaltszeit in Prag verlebte er im Hause des reichen und angesehenen Wolf Zappert (Gadels). Er hielt, als Nachfolger des R. Wolf Moscheles, eine Reihe von Jahren allsabbathliche Vorträge über Arama's Akeda, und 1829 wurde die von dem Vereine für Krankenpflege (Derech Jeschara) erbaute Synagoge durch ihn eingeweiht. Seine bei dieser Gelegenheit gehaltene rein deutsche Predigt gab Ernst Wehli, gegenwärtig Vorsteher der Prager Kultus-Gemeinde, heraus. R. Jsr. selbst war schon früher als Schriftsteller aufgetreten; 1791 erschien unter der Chiffre יב״א sein Job mit deutscher Uebersetzung und hebr. Kommentare. Lissa gehörte zu den wenigen thalmudischen Größen seiner Zeit, welche weltliche Bildung mit rabbinischer Gelehrsamkeit verbanden. Er wird als ein höchst toleranter, bescheidener, liebenswürdiger Mann geschildert. Seine einzige, wohlunterrichtete Tochter, welche längere Zeit Gouvernante im Hause W. Zappert's war, lebt verehelicht in Schlüßelburg in Böhmen. R. Israel starb im hohen Greisenalter als Rabbiner in Hohenems". Diese, so wie die folgende Notiz über S. L. Kauder's verdanken wir unserm verehrten Freunde, Hrn. Kreisrabb. A. Kohn. Die erwähnte Bearbeitung des Job wurde bei Anton Hladky gedruckt. Der Zensor Karl Fischer bezeichnet dieselbe als ״ILdiUM In utilitatsm juventutis Israeliticae egregie elaboratum“. Sie ist nicht nur für die Geschichte der Jobauslegung, sondern auch für die Dogmengeschichte beachtenswerth. Der Vers, bemüht fich, der natürlichen Schrifterklärung treu zu bleiben; an einer einzigen Stelle, 16, 2., läßt er sich zu einer populistischen Episode verleiten, um, wie er sagt, denen Rechnung zu tragen, die ihm die Uebersetzung eines biblischen Buches als Vergehen anrechneten. In Fürst's Bibl. hebr. kommt Jsr. Lissa nicht vor. 28) ״S. L. K., geb. 1768 in Prag, wurde bis zum 10. Lebensjahre von seinem Vater David im Thalmüd unterrichtet, worauf er bei Mos. Toschkin, Rabb. in Walischbirken, in der Schule Mich. Bachrach's und bei Eleazar Kallir in Kollin seine thalmudische Bildung vollendete. Nach seiner Verehelichung widmete sich Kauder dem Handel, hielt aber zugleich unentgeltlich thalmudische Vorlesungen. Im 1.1818 wurde er als Taborer und Budweiser Kreisrabbiner nach Kaltedei (nicht, wie Fürst schreibt, Kulda) berufen; 1835 wurde er Sam. Landau's Nachfolger im Rabbiner-Kollegium zu Prag. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tode 1839. Er war nicht nur als Gelehrter, souderu auch als Muster der Toleranz und Humanität allgemein geliebt und geehrt. Seine Werke sind bei Fürst (II. S. 186) verzeichnet".

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