Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 548 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2542917-2543107-2543120--0566-2544258- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 548 — schäftlichem, sondern auch in innigem, geistigem Verkehre mit einander bis zum Tode des Erstem. Abrah. Flesch starb, 73 I. alt, am 1. Feb. 1828. Josef hielt an seinem Sarge eine haggadische Trauerrede. Die Mitglieder der zu jener Zeit durch ihre Intelligenz hervorragenden israelitischen Gemeinde zu Neurausnitz waren längst gewohnt, Josef Flesch ihre Achtung zu zollen. Nicht nur seine Kenntnisse, auch sein Charakter machten ihn der allgemeinen Werthschätzung würdig. Sein gedeihliches Geschäft — Wollspinnerei und Handel mit Landesprodukten — betrieb er mit unverrückter Rechtschaffenheit und musterhafter Solidität. Das religiöse Herkommen hielt er in allen seinen Theilen hoch in Ehren. Als ein Freund der Jugend bekleidete er das Amt eines Schulaufsehers durch eine Reihe von Jahren mit vieler Liebe und Gewissenhaftigkeit. ״Nach einem langwierigen Leiden, welches er mit Geduld und Hingebung in Gottes Rathschluß ertrug" ■— so schließt ein glaubwürdiger Berichterstatter seine uns zugesendeten Notizen— ״starb Josef Flesch kinderlos am 17. Dezember 1839 im Frieden mit Gott und mit heiterem Blicke in ein besseres Jenseits. Er legirte 3000 Gulden zur Gründung einer Religionsfchule in seiner Gemeinde und 1000 Gulden zu anderen gemeinnützigen Zwecken". Ein neuhebräischer Schriftsteller, welcher eine Stiftung von 4000 fl. hinterläßt, ist sicherlich keine alltägliche Erscheinung. Ganz eigenthümlich war aber auch der Weg, auf welchem Josef Flesch zu literärischer Thätigkeit gelangte. Als er von Prag heimkehrte, fühlte er weder Neigung noch Beruf, sich als Schriftsteller zu versuchen. Erst nach seiner Rückkehr von Leipnik, wo er, bereits Ehemann, lateinisch und griechisch erlernt, und namentlich im Verständnisse der römischen Klassiker erstaunliche Fortschritte gemacht hatte, regten sich schriftstellerische Entwürfe in ihm, deren Ausführung jedoch aus unüberwindliche Hindernisse stieß, was ihn nach seinem eigenen Geständnisse sehr schmerzlich berührte. Endlich wurde es ihm 1829 gegönnt, in dem hebr. Jahrbuche Btkknre Ha-Jttim einen Beitrag abdrucken zu lassen^"). Von nun an gehörte er zu '0 Jhrg. תקס״ט S. 55, eine übrigens verunglückte Ansicht über לט 1. B. M. 37, 23.