Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 545 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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545 — Ranges, hing mit ganzer Seele an der thalmudischen Orthodoxie. Die Söhne R. Ezechiel's — der vornehme R. Jakobka, der Weltmännische R. Samuel und der witzige R. Israel — wurden nicht zu den Koryphäen der Orthodoxie gerechnet. Alle drei besaßen einen gewissen Grad weltlicher Bildung. Von R. Samuel's milder Gesinnung zeugte schon die äußere Erscheinung der Jünglinge, die seine thalmudischen Vorlesungen besuchten. Während nämlich die Jünger R. Jakob Ginsburg'ö, aus dessen Schule der nachmalige mährische Landesrabbiner Nehemias Trebitsch hervorging, als Abzeichen der strengsten Orthodoxie einen gleichschenkligen dreieckigen Hut zur Kopfbedeckung gebrauchen mußten, und R. Löb Fischels wol den Dreieck, aber nicht die Gleichschenklichkeit forderte 25), trug die Jeschiba R. Samuel Landau's den Zilinderhut als Symbol fortschreitender Bildung. Ein Gleiches that die kleine Schaar, welcher Abraham Flesch's Jugendfreund, der geistvolle und menschenfreundliche R. Baruch (Benedikt) Jeitteles 2®) thalmndische Vorlesungen hielt. Den Jugendfreund seines Vaters wählte auch Josef Flesch zum Lehrer und Führer (1797). Flesch traf unter den Mitgliedern der großen und kleinen Prager Thalmudschulen ein reges, geistiges Leben, das jeden empfänglichen Jüngling zur Nacheiferung und Strebsamkeit anregen mußte. Der größte Theil der von weit Uyd breit herbeigekommenen Bachnrim hatte nach wie vor kein eigentliches Studienziel vor Augen. Man lernte um zu wissen! Die Gleichförmigkeit des Strebens, welche noch unter R׳.- Ezechiel die Prager Jeschiba charakteristrt hatte, war jedoch gänzlich geschwunden. Vielmehr traten dem aufmerksamen Beobachter der Prager Jeschiboth drei Gruppen entgegen; die exklusiven Thalmudisten, die Schöngeister und die Freunde gelehrter Bildung. Diese Lezteren blickten nicht nur auf Baruch Jeitteles, sondern auch aus iS) Im Mittelalter trugen die christlichen Mönche drei- und viereckige Hüte. Später wurden leztere vorherrschend, und die weltliche Mode wendete sich entschieden den dreieckigen zu. 2«) Gest. 18. Dez. 1813. S. Herrm. S. 101.