Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 538 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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538 — und gegM den Genuß des Cichorium in den Peßachävauch den חצב (Ab. Sara 1, 5. Der Jer. lieft' חצר), was die bab. Gemara (Das. 14, b) mit קשבא erklärt, worin R. Nathan im Aruch, Maimonides und Losäfoth das Zuckerrohr erblicken. Schwarz vergleicht, diese alte Erklärung übersehend, das einheimische al Kasb Mas (Theb. Ha-Arez 3, 13 ff.), was Sachs (Beitr. II, 50) unerwähnt läßt. Manche Ausleger hielten יערת הדבש (1 Sam. 14, 37) für das Zuckerrohr; auf gleiche Weise erklärten sie יערי עם דבשי (Hohesl. 5, 1). Rasch! hörte diese Erklärung von einem orientalischeu Reisenden, R. Nathan, welcher ihm mittheilte, daß der aus dem Rohre fließende Zucker arabisch 0(קרא genannt werde. Die Benennung des Zuckers, welche R. Nathan in Rom geläufig war, kannte man zu Anfang des 11. Jahr- Hunderts im nördlichen Frankreich noch nicht. Die Kreuzfahrer lernten bekanntlich das Zuckerrohr erst kennen, als sie sich im h. Lande an dem Safte desselben erquickten. 3. Im 9. und 10. Jahrhundert war die beim Zuckergenuffe zu sprechende Benediktion Gegenstand der Diskussion. R. Simon, der Verf. d. Halachot Gedoloth, fand den Streit bereits vor: שבר קנה דילי' (דאי ע^ ר,(א (בי נטעי לי' אינשי נכד אדעתא דשכר נ״ל ומ״ע בסה״ע; ואית רבנן דאמרי שכר וקנ׳א דשבר בסה״א (H. @et>. ed. Ven. 7,3). Die Schreibung mit ש ist wol von der Unkunde des Abschreibers herzuleiten. Daß שבר Zucker bedeute, erhellt nicht nur aus dem Zusammenhänge, sondern auch aus Ascheri Berach. 6, 6. Die Meinungsverschiedenheit wird auch von Maim. (Berach. 8, 5) angeführt, welcher beiden Parteien widerspricht, und sich für מב' שהבל erklärt. Ihm folgt R. Joses Karo (O. CH. 103, 15). Die Literatur der Beracha über Rosenzucker ()2 ס(קר ר(?ארuoob6r0 rosato) verzeichnet Sachor le-Abraham I. 8, a. 4. Die Bestimmungen über den Zncker am Peßachfeste haben im 15. Jahrhunderte ihren Ursprung. Jfferlein Aschkenasi, Rabb. zu Marburg und Wiener-Neustadt, will vorzüglich das Zuckerwerk aus dem Hause geräumt wissen (R. G. A. 119). Jakob Ha-Levi, Rabb. in Mainz und Worms, berichtet, daß man sich des Zuckers zu enthalten pflege, es sei denn, daß man denselben als Arznei gebraucht (S. M. Abr. 467, 9). Ueber den Gebrauch des Zuckers als Heilmittel s. Richters Heilmittellehre 1,356. Bekannt ist, daß R. David Ha-Levi von der Entstehung der Zuckerbrode keine richtige Vorstellung hat (O. CH. das. 8), was, mit seinen eigenen Worten 203, 13 verglichen,, um so auffallender ist. Erst in der 2. Hälftendes vorigen Jahrhunderts, als der Gebrauch des Honigs immer mehr dem des Zuckers weichen mußte, gab der Gebrauch des leztern am Peßach Veranlassung zu lebhaften Erörterungen. Nach einigem Schwanken entschied sich R. Ezechiel gegen den Gebrauch des Puderzuckers (Rohzucker, Farinzucker, Moskovade), so daß Herz Kuh seinen Verkanfsvorrath vor dem Feste rafsiniren mußte (N. B. I. 1, 23). Später fand er diese Strenge unbegründet (das. II. 1, 72). Vergl. CH. Sofer II, 135.