Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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537 — Ahraham und Joses Kesch und ihre Zeit. Gin Beitrag M neuern Geschichte der Jeschiboth und der jüdischen Studien. (Fortsetzung und Schluß) '). R. Ezechiel Landau bekleidete 36 Jahre (1754—1790) die Würde des Prager Oberrabbinates. Er war Zeuge des beginnenden Umschwunges in seiner Gemeinde, und blieb davon nicht unberührt. Einerseits war-er einer der mächtigsten Stützen der altrabbanitischen Orthodoxie, Neuerungen bekämpfend, Neuerer verfolgend. Andererseits traten doch Fälle ein, die ihn zur Nachgiebtgkeit stimmten. ״Seien Sie unbesorgt", schrieb er einem seiner Korrespondenten, der ihm die bevorstehende Ankunft eines Sabbathäers in Prag angezeigt hatte, ״wenn der Betreffende hieher kommt, will ich ihn verfolgen nach Gebühr * 1 2 *)״. Das grundlose Kaffeeverbot Broda's aufzufrischen, kam ihm allerdings nicht in den Sinn. Dagegen konnte er stch mit dem Kaffeegenusse in Kaffeehäusern durchaus nicht befreunden, und nur der Widerspruch des gelehrten R. Me'ir Fischel's, dessen Motivirung zu jener Zeit als kühn gelten konnte, hielt ihn ab, entschieden einzuschreiten ^). Entschiedener und mit Erfolg protestirte er gegen den Gebrauch des Indigo bei der Raffinirung des OsterzuckerS 4) ') S. oben S. 482 ff. 0 N. MH. 1.2,6!•ארדפנו כראוי ף Das. I. 2, 36. 4) Wie Per Kaffee (S. oben S. 485) und natürlich noch viel früher als derselbe, war der Zucker Gegenstand rabbinischer Gesetze und Bestimmungen: 1. Die älteste Erwähnung betrifft das Stoße» desselben an Festtagen: j. Beza 1, 9: מיני סקריקין» worin schon Burtorf (s. V.) das erkannte. Im Sanskrit wird der Zucker Sarkara genannt. Ganz verfehlt ist die Erklärung Dav. Daffau's: מיני עקרין וחבלי' שצובעי' המאכל. Plinius kennt zwar den Zucker blos als ofstzinelle Arzneipflanze (Ritter V, 439); an der Tafel R. Juda's II. (gest. um 270) kann indeß schon d. Z. als erotisches Produkt dazu gedient haben, Speisen zu versüßen. 2. Aelter ist die Erwähnung des Zuckerrohrs. Unter den Gegenständen, welche Götzendiener» nicht verkauft werde» dürfen, nennt R. Melr (um 130)