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Ben Chananja · 1858-01-01 · 11 (1858) · p. Seite 520

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
11 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 520 (sequence 40)
Language
German
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— 520 — Versuch einer Antwort auf die Anfragen des Vorstandes -er isr. Kultusgemeinde zu Leßthely. 1 Von H. Zirndorf, Prediger in St. Miklds. (Schluß) *). Ad 4. Für die Nothwendigkeit eines gesonderten Religionsunterrichtes haben sich die kompetentesten Schulmänner ausgesprochen. Als Zeitmaß dürsten 2 Stunden vollkommen ausreichen. — In der 1. und 2. Klaffe soll dieser Unterricht sich nur auf die biblische Geschichte erstrecken; in der 3. und 4. Klaffe hat er die jüdische Glaubens- und Pflichtenlehre zu behandeln. Der Stufengang wäre etwa folgender: 1. Klaffe: Biblische Geschichte bis zum Tode Moses, nach mündlicher Erzählung. 2. Klaffe: Fortsetzung dieser Geschichte bis zum babylon. Eril, nach den Lehrbüchern von Büdinger, Hecht, vorzüglich aber nach Breuer. 3. Klaffe: Die jüdische Glaubenslehre (Lehre von Gott und seinen Eigenschaften, die Vorsehung, der Dekalog, die 13 Sätze, die Feste, die Religionsquelten). 4. Klaffe: Die jüdische Pflichtenlehre. — Ungeachtet der großen Menge von Lehrbüchern wird es schwer, für die Normalschule ein geeignetes, namentlich unter den in Oesterreich zulässigen, zu empfehlen. Viele, wie das Würtembergische, das Weffely'sche, das Johlson'sche, verderben es durch die antiquirte katechetische Form, von welcher die neuere Didaktik sich mit Unwillen abwendet; andere bewältigen den Stoff nicht. — Das Ereuer'sche Buch, in Form und Inhalt meisterhaft, steht für die Volksschule etwas zu hoch, und kann nur da Gutes wirken, wo die tüchtigsten Lehrkräfte ihm den Eingang erleichtern. Für einen 2. Jahrgang der 4. Klaffe wäre sehr wünschenswerth ein Abriß der nachbiblischen Geschichte des Judenthums, mit besonderer Beziehung auf Religions- und Kulturgeschichte. Aber so unglaublich es klingt, wir besitzen zur Zeit noch kein Lehrbuch, das den Anforderungen nur halbwegs entspräche. Emanuel Hecht, dessen Geschichte ein sehr schätzbares Material bietet, hat leider die biografische Form gewählt und sehr wichtige Partien geradezu lückenhaft behandelt. Am besten wird der Lehrer thun, einen gedrängten Auszug aus Jost's allgemeinen Geschichte des israelitischen Volkes (in 2 Bänden) zu diktiren, wie dies Referent im verflossenen Schuljahre für die hiesigen Realklaffen versucht hat. Mindestens soll der Schüler bis zum Abschlüsse des Thalmud gebracht werden, wünschenswerth wäre die Fortsetzung bis zum Erlöschen des Gaonats. Hervorzuheben ist noch, daß dem Unterrichte in der biblischen Geschichte in den MädcherMbtheilungen eine besondere Aufmerksamkeit gebührt, da diese die Bibel nicht im Urterte lesen. ') S. 10. Heft S. 473.

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