Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 521 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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— 521 — Ad 5. Von der 2. Klaffe und weiter kann dem Uebertragen der Gebete keine bedeutende Aufmerksamkeit mehr zugcwendet werden, obgleich zur Hebung der Andacht das Verständniß der Gebete natürlich unerläßlich bleibt. Um so mehr ist darauf hinzuarbeiten, daß der Schüler eine genügende Reife in der hebr. Sprache erlange, um die Gebete selbst zu verstehen und die nicht allzu schwierigen zu erklären. — Mit Mädchenklaffen dagegen kann und soll der größte Theil des Siddui? genommen werden. — Gedruckte Uebersetzungen den Schülern in die Hände geben, um ihren häuslichen Fleiß zu erleichtern, dies bleibt immer ein bedenkliches Mittel, das die Schule wol hie und da dulden, aber nicht begünstigen und empfehlen kann. Höchstens für Mädchenklaffen sind Gebetbücher mit Uebersetzung zulässig. Im Allgemeinen kann der Maßstab gelten, daß das Zeitmaß für den hebräischen und Religionsunterricht zur Hälste dem christlichen Religionsunterrichte der politischen Schulverfaffung entfällt, zur andern Halste durch eine' neu zu kreirende Stundenzahl zu decken ist, wonach für die 1. Klasse sich ein Resultat von 29 bis 32 Stunden herausstellt; für die 2. und 3. etwa 36 Stunden entfalten; für die 4. aber sich das Marimum von 42 Stunden herausstellt. Dieses leztere, allerdings etwas monströse Verhältniß könnte einigermaßen wieder in Einklang gebracht werden, wenn man die Zahl der Zeichnungsstunden verminderte, für welche die politischen Schulgesetze nicht weniger als 10 Stunden anberanmt haben *). Die isr. Haupt- und Nnterrealschule zu Liptau St. Nikolaus. Historische Skizze von Sigmund Lohn, Schuldirektor daselbst. (Schluß) **). Denselben oben genannten Männern gebührt das Verdienst, daß mit reichlich aufgebrachten Mitteln zwei Schulhäuser mit 7 geräumigen Lehrzimmern erbaut und schon im Herbste 1846 bezogen wurden. Diese Gebäude stehen in dem Hofe, wo die prächtige Synagoge der Gemeinde, einer deV schönsten Tempel unseres Glaubens in Ungarn, sich erhebt; auch diese feierte im Jahre 1846 ihre Einweihung. ✓ *) Die von unserm wackern Mitarbeiter beantragte Stundenzahl steht mit den Schulgesetzen in direktem Widerspruche. Led. **) S. 9. Heft S. 424.