Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 519 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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— 519 Rücksichtlich des Lorbeers, mit welchem der Kopf bekränzt ist, äußert Geiger: ״Er (Binjamin) wird als Sieger nach vollbrachtem Lebenslaufe dargestellt, und ihn schmückt deshalb der Kranz des Siegers", was nach unserer Auffassung unhaltbar ist. Der Siegerkranz erinnert auch allzusehr an 1. Cor. 9, 25. Die ״Kronen" Berach 17, a. sind eine Anspielung auf die Bekränzung bei Festmahlen. Uns scheint der Kranz durch die Umschrift gerechtfertigt zu sein. Die umgekehrte Umschrift, welche mit der geradlinigen einen Winkel bildet, steht nämlich mit lezterer ohne Zweifel in Verbindung. Wir lösen die Abkürzungen folgender Maßen auf: מעשיו ישרים כתר תורה היה עליו שמרהו — מ״י כ״ת ה״ע אל תנהו למעלה חזק ואמץ. ש״א ת״ל ח״ו Es ist dies ein von Segnungen begleitetes Lob, welches der Medailleur seinem Helden giebt. Hiemit wären auch die gewaltsam herbeigezogenen Piatelli in nichts zerflossen. Die Worte ״Binjamin ben Kusch" (כוש haben schon frühere Forscher gelesen) sind ebenfalls eine Bezeichnung des Helden der Medaille. Zn der schon von Anderen bemerkten witzelnden Anspielung auf Ps. 7, 1. liegt darin noch eine Reminiscenz an Raschi 4. B. M. 12, 1: NO^ 'כושית בגמ מראה* Also: Benjamin der Schöne! Da Binjamin die Medaille selbst anfertigen ließ, und sich nicht ohne Eitelkeit seiner diesseitigen Unsterblichkeit freute, so ließ er sich — vorausgesezt, daß die betreffenden Wörter ursprünglich auf der Medaille angebracht wurden — durch umilitas tamivoxUg an die Tugend der Demuth erinnern. Ein ״Mann aus der Familie der Piatelli" hatte umLIis und tcmekog gesezt. Zu den zahlreichen Jrrthümern, welche die Medaille hervorrief, gehört auch der, daß man Ln dem Bildnisse den Kopf Ludwig's des Frommen erblicken wollte. Erst 1836 zeigte Gerson Lepy in einem Berichte an die Akademie zu Metz , das Unstatthafte dieser Annahme, indem er nachwies, daß es vor Karl Vll. keine Medaille mit dem Bildnisse eines französischen Königs gab. Abgesehen davon, war es bedenklich, dem Medailleur zu gestatten, 'daß er sich au Ludwig's des Frommen Bart vergreife, und den Herrscher bartlos darstette. Die italienischen Juden legten frühzeitig den Bart ab 6), so daß ihr bartloses Erscheinen im Oriente eine große literärische Fehde hervorrief, welche wir bei anderer Gelegenheit naher beschreiben werden. Uebrigens beweisen die Vorhändenen jüdischen Medaillen, daß man der rigorosem Ansicht, nach welcher die Bildniffe auf denselben nicht geduldet werden sollten (S. z. B. T. Zahab I. Dea 142, 15), keine Beachtung zu schenken Pflegte. ö 6j Den italienischen Ursprung der Medaille (% d. I. 1503) hat Zunz über allen Zweifel erhoben.