Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 518 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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518 — des weisen Lehrers, Rabbi), so wie ישרו in folgende Worte anfznlösen ist: יחיה שנים רבות וטובות (er lebe viele und gute Jahre!) Die Medaille ist mithin 1503 zum Andenken des in diesem Jahre verstorbenen Binjamin ben Eliahu Betzr (Fonte) Ha-Rofe geprägt worden. Das Bildniß, welches die Medaille trägt, ist das dieses Benjamin. Wiewol nun die Medaille in Folge dieser von Geiger gewonnenen Resultate keine historische Bedeutung und Beziehung hat, so ist doch immer merkwürdig, daß hier von nationalen Hoffnungen und Anschauungen abstrahirt, und der Glaube an die jenseitige Fortdauer schlechthin, ja sogar mit philosophischen Kunstausdrücken ausgesprochen wird. Gewiß ist dies nur bei wenigen ähnlichen Denkmälern der Fall. Aber eben die philosophische Bedeutsamkeit, welche Geiger der Umschrift zu geben bemüht ist, scheint uns auf nicht viel festerer Grundlage zu ruhen, als die geschichtlichen Anspielungen, die man früher darin zu finden vermeinte. Denn daß die Worte ״ משפט העדר הצורהProzeß der Formberaubung" bedeuten sollen, wird wol schwerlich eingeräumt werden können. Das Wort Mischpat kann für ״Prozeß" nur im juridischen Sinne gebraucht werden. Auch scheint uns Hr. vr. G. trotz seiner Berufung auf Gebirol nicht bewiesen zu haben, daß רשום die unsterbliche Seele als ״geistige Spur" bezeichnen könne. Eben so wenig wird die Wendung ״ ,יתעלה מרצוןerhaben über den Willen", gerechtfertigt erscheinen. Nach unserm Dafürhalten ist בתם בל משפט הערר zusammen zu ziehen, und als Anspielung auf Mischna Rosch Ha-Schana 1, 2. und die bekannte Pijutstelle בב^רת רעה עררו aufzufaffen. Der Verf. bezeichnet damit die Zeit nach dem Neujahre, in welcher das Bildniß verfertiget wurde. Wir übersetzen: Nach der Bestimmung dessen, der die Welt leitet — gelobt sei Er 4) — durch ewigen Willen, als geschloffen war das ganze Gericht über die Heerde, habe ich datz (vorliegende) Bild angeschaut. In der Länge der Zeit wird ihn (den Mann, dessen Bild die Medaille trägt) das Ende erreichen. Aber ich betrachte die Vorsehung meines Gottes, meines Höchsten. Er läßt fortdauern dessen (des Abgebildeten) Spur 5) und ich freue mich. Deine Erlösung erwarte ich, Gott, Allmächtiger, Großer und Verzeihender. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und ein Lezter auf dem Staube bleibt (Hiob 19, 25). Der Held der Medaille, Binjamin b. Eliahu Beer Ha-Rofe, betrachtet sein Bildniß ans der Medaille, und freut fich, daß es ihm von der göttlichen Vorsehung gegönnt ist, sein Bildniß auf die Nachwelt zurück zu kaffen. Zugleich drückt er ohne philosophische Reflexion die Hoffnung aus, daß nicht nur das Bild feines äußern Jchs, sondern auch sein eigentliches Selbst fortdauern werde. ף Ich lese יתברך ----- ים׳. 5) Der Plural רשומם bezieht sich vielleicht auf das hinzügedachte נים^.