Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 509 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 509 — gleichbedeutend ist; so wird in dem Gebilde der Bart als das Allerherrlichste betrachtet, und die Beschreibung desselben in allen ihren Einzelheiten nimmt säst den größten Theil des Werkes ein. Vielleicht ist hier eine Art Analogie mit anderen cosmogonischen Theorien zu suchen, in welchen zuerst drei Emanationen uns entgegentreten, durch welche in fortschreitender Entwickelung alles Individuelle geworden ist: Oben, Unten und Mitte, Sonne, Mond und Erde, Haupt, Brust und Nabel, deren Verbindung hier der Bart verbildlichen soll. Das Bild ist so vereinzelt in den verwandten alten und neuen Systemen, daß wir uns mit diesem Scheine von Analogie begnügen müssen. Vielleicht ist es eine alte Hieroglyphe, die erst später so mikrologisch gedeutelt wurde. Die den 13 Midoth entsprechenden 13 Formen kommen vielleicht daher, weil die heilige Sieben den Mittelpunkt bildet, und wirklich ist 133, b. die siebente Form als die allervorzüglichste angegeben. Jedenfalls hat die nicht sehr kritische Redakzion hier vieles eingeschaltet, wie denn auch deren Verfahren an den vielen Wiederholungen und Umarbeitungen zu erkennen ist. An Interesse fehlt es aber auch bei vielen dieser jüngern Stücke nicht; so gleich bei der Beschreibung der zweiten Form 132, b. Es heißt (Cant. 7.): אני לדודי ועלי תשוקתו, darum gehöre ich meinem Freunde an, weil die Sehnsucht nach ihm auf mich wirkt. (Der durch Tiefe der Contempkation bewirkte mystische Rapport ist die Folge der Sehnsucht nach dem Höchsten.) Ich war in der Anschauung verfunken, und ich sah einen erhabenen Strahl der höher» Lichter seinen Glanz in 325 Kreise verbreiten, und etwas Dunkles badete sich in diesem Lichte, wie wenn jemand in dem tiefen Strome, dessen Gewässer höher» Regionen entfließen, um nach allen Seiten hin ihre Strömung zu verbreiten, sich badet; endlich schwebte es hellglänzend zum Ufer jenes erhabenen tiefen Meeres empor, dort, wo alle guten herrlichen Ausgänge münden. Als ich nun um die Bedeutung der Vision fragte, riefen sie: Das Vergeben der Sünde hast du gesehen! (Bei der Vergebung der wirklich begangenen Sünde geht die Strenge in der Allliebe auf, das ist das Dunkle, welches sich im Glanze badet, nm im Urmeer des Lichtes aufzugehen.)