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Ben Chananja · 1858-01-01 · 11 (1858) · p. Seite 499

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
11 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 499 (sequence 19)
Language
German
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— 499 — Die Welt kann ohne Götter nicht bestehen, Die Götter lieben Gebete, Diese werden gesprochen von Brahmanen, So sind nun die Brahmanen Götter. Wie daher Gewaltthat gegen den Brahmanen zu den Hauptverbrechen gezählt wird, so auch Gewaltthat gegen einen Priester oder Mord eines Priesters im israelitischen Gesetze und im Israelitischen Volksleben. Und als Saul 16) seinen Trabanten befahl, den Priester Achimelech mit seiner Familie zu tödten, weigerten sich diese Knechte eines despotischen Königs in heiliger Scheu vor dem priesterlichen Leben, dasselbe zu verletzen, und,wurde der königliche Befehl nur vom Edomiten Doeg allein vollstreckt; die schwere Sühne des Vergehens eines Priestermordes lebte selbst im Bewußtsein dieser rohen Kriegsknechte * *)• Mit gleicher Strenge will das Gesetz Gewaltthaten gegen die Frauen bestraft wissen "). Unter den strengen Vergehen werden ebenfalls gezählt, dem Arbeiter seinen Lohn voreuthalten i8), das Heiligthum ohne vorhergegangener Reinigung betreten 19). — Im Range gleich und denselben Anspruch auf Hochachtung, wie die Priester, hat im indischeu Gesetze der Lehrer. Auch in der jüdischen Geschichte bildet die Hochachtung und Ehrfurcht vor dem Lehrer eine der anziehendsten Seiten. Ein wahrhaft geistig inniges Band knüpfte zu allen Zeiten und noch heutzutage den Schüler an den Lehrer in Israel. Die Liebe, Achtung und Anhänglichkeit eines Josua an Moses, Elischa an Elias findet nur einen tiefen, gefühls- und gemüthsreichen Rester in den Sprüchen der Väter 20) und in den das Verhältniß zwischen Lehrer und Schüler noch mehr bezeichnenden Sätzen des Thalmud. Tiefe des Gefühls, Innigkeit des Gemüths und reiche Anerkennung der Suprematie des Geistes über daö vergängliche Irdische spricht aus ihnen; die Wichtigkeit des religiösen Lebens, das Hinlenken aller Lebensbeziehungen auf die «h Buch Sam. I. LS, 17. 17) Deuter. LS, 13—Sy. SS—SS. ") Levit. IS, 13. 19) A. a. O. LS, 1—10. s0) IV. 15, VI. 3. *) Daraus folgt aber nicht, daß das Gesetz die Ermordung eines Priesters schwerer geahndet wissen wollte, als den eines Nichtpriesters. Davon stndet sich keine Spur. Ked. 32*

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