Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 486 — Das Peßachverbot dks Kaffee'ö wurde weder tu Prag noch in Metz beachtet, wohin R. Abraham Broda berufen wurde. Nach seinem Abgänge von Prag verlor die dortige Jeschiba viel von ihrem Glanze. Auf dem Gipfelpunkte ihres Ruhmes stand dieselbe, als Abraham Flesch 1771 nach Prag kam. An der Spitze der ersten Thalmndschule stand damals der Oberrabbiner Ezechiel Landau (geb. 1714), welcher 1754 aus der kleinen Gemeinde zu Janpol in Russisch-Polen berufen worden war. Unmittelbar nach seinem Amtsantritte hat Landau durch seine hohe, majestätische Gestalt in viel größerm Maße imponirt, als er dies durch seinen hohen eminenten Geist zu thun vermochte. Unabhängige gelehrte Thalmudisten, wie der scharfsinnige R. Sarach Eidlitz, der vielbelesene R. Salomon Koreff und der gründliche Kenner des Maimonidischen Mischna Thora R. Ephrana Wehli — Großvater des rühmlich bekannten Prager Kultnsgemeindevorstehers Ernst Wehli — traten mehr oder minder entschieden als seine Gegner auf. Die Besetzung des Prager Rabbinates war auch zur Zeit, als Landau berufen wurde, mit nicht unbedeutenden Schwierigkeiten verbunden gewesen. An großen Thalmudisten, aus deren Reihen die Prager Gemeinde ihr religiöses Oberhaupt wählen konnte, war zwar damals kein Mangel in Israel. Weltliche, philosophische und pädagogische, historische und philologische Kenntnisse waren den jüdischen Seelenhirten völlig entbehrlich: die Gemeinden fragten nicht darnach, die Jeschiboth beschäftigten sich nicht damit, die Wenigsten hatten eine Ahnung davon. Was gleichwol die Rabbinerwahl in Prag erschwerte, war der heftige Kampf gegen R. Jonathan Eybeschützer und der Streit über die von ihm ansgetheilten Schutzblättchen (Kemeoth) gegen allerlei Krankheiten und Uebel, welche von den Gegnern ״ (קואkeinen Appetit haben, sich eckelu, abgestnmpst sein", und Kähwe im engern Sinne ein aufregendes Getränk. Ritter a. a. O. 568. Andere finden die abeffynische Sage gegründet, »ach welcher Enaren und Kassa die ursprüngliche Heimath des Kaffeebaumes ist, der, von da nach Arabien fortschreitend, den Namen des Heimathlandes als die Waare von Kaffa beibehielt (Ritter SSt).