Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 484 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 484 nichts. Die primitive wilde Sphäre des Kaffeebaums in Afrika mußte ihm natürlich ganz unbekannt sein. Solchergestalt hatte der Kaffee mindestens für einige Tage im Jahre seinen rabbinischen Gegner, wie derselbe in früheren Zeiten auch seine christlichen und seine mohamedanischen Feinde hatte. Im Jahre 1663 warf nämlich ein in London erschienenes satyrtsches Pamphlet den Kaffeetrinken, vor, daß sie nun Türken würden. In Frankreich stritten die Aerzte, ob der Kaffee eine allgemeine Panacse, ein Manna, oder aber ein Gift, ein Opiat sei. In dem Rathhause zu Marseilles wurde am 27. Feber 1679 in einer feierlichen Doktordisputation der Fakultätsbeschluß zu Protokoll genommen, daß der Kaffeegenuß den Einwohnern Marseilles nur schädlich sei. Andererseits kannte auch der Eifer der Kaffeefreunde keine Grenzen. Der gelehrte Paschius behauptete: unter den besänftigenden Geschenken Abigails gegen den Zorn David'S (1. Sam. 25, 18) sei auch Kaffee gewesen! Und nicht im Occidente allem, auch im Oriente war der Kaffee Gegenstand vielfacher Meinungskämpfe. In Mekka ward derselbe 1511 ans religiösen Motiven verdammt; später wurde indeß das Verbot zurückgenommen. Die Kaffeeverehrer kämpften siegreich gegen die Gegner desselben 5), so daß am Ende des 16. Jahrhunderts der Kaffeegebranch bei den Bekennern des Islams allgemein war. Dagegen enthalten sich die abyssinischen s) Eines der Kasseegedichte, an denen die arabische Literatur so reich ist, lautet: Kaffee, du Sorgenverdränger, du Erwünschter der Studien! Trank der Freunde Altah's, denen er Gesundheit verleiht, seine Weisheit zu erlangen, Aus einfacher Bohne bereitet, hast du den Dust von Moschus und die Schwärze der Dinte. Der Weise, der den Kaffee schöpft und die Taffe leert, erkennt allein die Wahrheit. Allah, beraube den Unsinnigen des Trankes und seiner Gaben, der ihn verdammt. Kaffee ist unser Gold; in der geselligen Schenke genießen wir des Umgangs der Edelsten und Besten. Trank, unschuldig wie Milch, nur dunkel von Farbe.