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Ben Chananja · 1858-01-01 · 10 (1858) · p. Seite 477

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 477 (sequence 45)
Language
German
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477 — den Don Juan!" ließ sich ein Anderer laut vernehmen. Und so ging es weiter, endlos ohne Rast und Ruh. Ich ging nach beendigtem Gottesdienste meiner. Wege mit der Ueberzeugnng: die Preßbnrger stnd mit der Opernmusik gut vertrant. Ich besuchte die Schule, in welcher die Kinderbewahranstalt sich bestndet; die Kinder waren versammelt; der Oberlehrer hielt ihnen einen Vortrag aus Pirke-Aboth. In der Kinderbewahranstalt. gefiel es mir am besten- Kinder waren zwar nicht zugegen, allein die innere Einrichtung läßt fast nichts zu wünschen übrig, und lernte ich den Herrn Weiß als einen freundlichen kollegialischen Lehrer kennen. Aus dem Gespräche mit ihm läßt sich mit Recht schließen, daß er für sein Fach lebt und strebt, durchglüht ist für seinen heiligen Beruf. Das ist's leider, was wir bei so vielen Kollegen nicht finden; sie find Lehrer, ohne ihren heiligen Beruf zu kennen; sie betrachten das Fach nur, wie ein Handwerk. Sagte mir doch der hiesige Lehrer Herr K., er sei leider zum Lehrer verdammt; sein Vater sei ein großer קצין; allein so lange dieser lebt, erhält er nicht sein Vermögen. Wie ganz anders ist dies bei uns in Deutschland, da wird Niemand Lehrer, ohne daß er sich dazu berufen fühlt. Ist doch mein edler Freund und Landsmann I. Rosenmeyer, Oberlehrer Ln Humona, auch der Sohn eines reichen Mannes, und mit welcher Freude und besonderer Vorliebe betreibt er den Jugendunterricht. — Was der Kinderbewahranstalt in Preßburg hauptsächlich abgeht, das ist ein Garten, etwas Positiv NothwendigeS. Ein Garten darf und sott nie bei einer derartigen Anstalt fehlen. Es ist höchst erfreulich, daß die Kindergärten fast überall bei uns in Ungarn Eingang finden. Mich wundert's sehr, daß^in Szegedin eine derartige Anstalt noch nicht besteht. Wie mir aus Raab und Neutra brieflich mitgetheilt worden, geht man dort mit dem Plane um, eine Kinderbewahranstalt zu errichten. In Raab ist eine recht hübsch eingerichtete Schule, und könnte dieselbe unter der trefflichen Leitung des wackern Direktors I. Deutsch Großes leisten, wenn demselben größere Mittel zu Gebote ständen. Das Schulhans ist viel zu klein für wie schulpflichtige Kinderzahl, so daß beim Beginne eines jeden Schuljahres eine große Anzahl Kinder (50—80) zurückgewiesen werden müssen. In Folge dessen find die Winkelschulen nicht zu verdrängen. Raab könnte recht gut noch Z tüchtige Lehrer beschäftigen. — Papa brauch.ich dem ״B.-Ch." wol nicht näher zu beschreiben; ich besuchte die Schule und lernte meine Kollegen kennen. In Betreff der Schule kann ich nur mit deinem gelehrten Korrespondenten, Dr. Feitel, ausrufen: ״Papa hat schöne Mauern!" Ich kam mit vielen Gemeindegliedern zusammen, und so oft ich mit ihnen von Schule und Synagoge sprach, erinnerte ich mich lebhaft an^die Oldenburger. Dort war ehemals der Oberrabbiner zu London, Herr Dr. Adler, angestellt. Ihm folgte der gegenwärtig zu Frankfurt angestellte Rabbiner Dr. Hirsch. Nafl^ diesem kam Herr Wechsler, der bis zur Stunde noch dort ist, und die Gemeinde und das Land in keiner Weise befriedigt. Spricht man nun mit einem Oldenburger vom Rabbinen, so ruft er wehmüthig aus: ״Wir hatten einen Adler, der ist uns davon geflogen! Wir hatten einen Hirsch, der ist uns davon

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