Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 471 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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— 471 — schiba vor sich gesehen haben, so daß sie den ungarischen Lamdanim, welche auf Jefchiboth großgezogen wurden, als Dilettanten des Thalmudismus ekscheinen z müssen. Wenn nur! trotzdem eine Annäherung zwischen der Orthodoxie und Nomantik stattstndet; wenn erstere rücksichtlich des weltlichen Unterrichtes der Thalmndjünger einige Konzessionen macht: sc ist dies ohne Zweifel als erfreulicher Fortschritt zu bezeichnen, was wir auch mit vielem Vergnügen gtzthan haben. Hierüber geräth jedoch Hr. D1\ H. in heftigen Zorn. ,,Es ist nicht wahr", sagt er, ״daß die Orthodoxie, d. h. die wahre, aufrichtige, unabhüngige nachgiebt (S. 8)". Zum Theil ganz richtig! Es giebt wirklich Alt- . * orthodoxe, und deren Zahl ist nicht gering, die nicht nachgeben wollen, und daher auch die Eisenstädter Schule nicht beschicken. Diese Orthodoxen wollen auch von dem Bündnisse mit der Romantik gar nichts hören. Sie verfolgen 1 vielmehr, wie wir urkundlich beweisen können, einen Schüler Hirsch's, der we- * d der lateinisch noch griechisch versteht, noch ein Freund der Alterthumskunde und der geschichtlichen Forschung ist, noch als Bachur sein Hanpt entblößt hat. Sie - verfolgen ihn, weil sie von den neumodischen Derafcha's, wie solche zum Bei- J spiele in der Eisenstädter Synagoge gehalten werden, durchaus nichts wissen ן wollen. So, mein lieber Herr Doktor, stehen die Sachen der Romantik in J Ungarn. Ueber ungarisch-jüdische Angelegenheiten sollten Sie überhaupt nrH׳ mir nicht dispntiren wollen. Ich studire dieselben seit mehr denn zwanzig Iah4 ״ H ren ltnd kenne sie daher sehr genau. Dafür will ich mich auch hüten, mit Ihnen über die Angelegenheiten der jüd. Gemeinde in Halberstadt zu disputiren. Unmaßgeblich würde ich Ihnen auch rathen, das Gebiet der Geschichte | gänzlich zu meiden. Bei Ihrer unkritischen Betrachtung der Quellen ist ja ge-; schichtliche Forschung gar nicht möglich! Werden Sie über diese meine Bemerkung nicht ungehalten. Ich will Ihnen Ihr leeres Gerede über meine' vier Wendungen in der Geschichte des jüdischen Hettenism gar nicht anrechnen. Ich G k? gönne Ihnen Ihren Jubel über die Entdeckung, daß הכמת ילנית die Gym- ‘ j nastik sei, was ich in meiner Einleitung zu Chorins Jeled Sekunim 1839 ausgesprochen habe. Auch das, was Sie S. 31 über Träume sagen, will ich ׳/. aus sich beruhen lassen, wiewol die Gelegenheit sehr willkommen wäre, Ihnen׳ gründlich darzüthun, daß Maimonides im Widerspruche mit allen feinen Mor- , gängern und Nachfolgern das thalmudische Gebet gegen die bösen TräunMverwirst, und genau genommen, auch rückflchtlich der MöliviHlg des Traumfastens nicht auf dem besten Fuße mit denn Thalmud steht. Ich erlaube mir H nur Eine Bitte. Bezeichnen Sie mir doch eine einzige geschichtliche Abhand- Lnng von einigem Belange, welche aus dem Schoße der romantischen Schule ‘ hervorgegangen ist, und ich Witt meine Feder nicht mehr gegen die Romantik « in Bewegung setzen. Die Arbeiten Selig Cassels find vielleicht hie einzige -׳׳> Ausnahme!! Sollte es denn wirklich Zufall sein, daß die'Romantiker das Gebiet der Geschichte bisher so sorgfältig gemieden haben? Mir will dies 1 durchauBnicht einleuchten. Ich kann mich vielmehr nicht von der Neberzeugung . trennen, daß die Rockantik ihrem inner« W'esen nach die klare Erkenniniß der