Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 469 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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demönstrirt Hr. Dr. H., daß textüs eine Zusammellfügung von Wartek und auch ein' Thema bedeute! Bei dieser geistreichen Demonstration ist mur׳ die Kleinigkeit übersehen, daß die altrömischett Schriftsteller, 'deren Sprachgebrauch Ln den lat. Wörterbüchern erläutert wird, von dem ״Texte" -dex Homiletik nicht di'e leiseste Ahnung hatten. Der romantischen Schule geht natürlich diese ein- י fache.^ historische Unterscheidung -nicht in den SinE /Wer aber auf einer^solchen Stufe'׳ theölögischer Bildung steht, daß er mit einM lateinisch-deutschen Wörterbuche in ^er^Hand das Thema seiner Predigt einen Tert nennt, dev. hat nicht das Recherwarten, daß sich Fachmänner in eine literärische Kontroverse'mit ihm einWW 'werden. Wir görmen Her romÄntischen Schule gerne die ihc^ eigenthümkM Logik. Auch wären wir wirkliche auf den offenen Brief gar'nicht, zurückgekottnmn,, wenn wir nlcht einige Punkte von allgemeinerm Jntereffe naher zu beleuchten hätten. ~ 1. Hr. H. sagt, daß ״seit einer langen Reihe von Jahress.eine düstere Gewitterschwüle aus de-WAdisch-traditionetten Horizonte UngarM lagert (G. 35)".^ Daher, meint er, habe er ״diesen Schritt gethan", und in ^Menstadt'eiüe Rabbisserschule gegründet. Wäre nun Hr. H. aus Wilna nach Eisenstadt gekbmmen, so würden wir seine Klage über die ״Gewitterschwüle" begreifen. MM der Retter des traditionellen Judenthums kam ja nicht aus Wilna, sondern ahs Halberstadt. Nun ist es mänuiglich bekannt, daß ״auf dem jüdisch-Lraditionetten Horizonte" Preußens seit einer vÄ^lälDrn Jahrenreihe eine viel düstere ״Gewitterschwüle lagert". Waruyl kam also noch kein preußischer Rabbiner au/ den Gedanken, durch seine Jeschiba diese Gewitterschwüle zu verscheuchen?' An Romantikern fehlt es unseren preußischen Glaubensbrüdern niM Äber die preußischen Juden haben Bildung genug, um einzusehen, daß nichts in׳ der Welt aventheüerliche-r ist, als das Projekt einer jüdLMMologischen Lehranstalt, an welcher ehr einziger Lehrer alle Wissenschaften vortragen sott! In ׳Preußen würde auch ein Professor der jüdischen Theologie zum Gegenstände allgemeinen Gespöttes und Gelächters werden, wenn er mit dem Berichte austräte, da^ an seinem Seminar das Deutsche nach Wurst und das Lateinische nachdr.Mebersetzung des Josefus gelehrt werde! Hr. H. weiß dies /ehr gut, * aber er,.?״spekulirt" auf den geringem Bildungsgrad vieler jüdischen Kultusgemeinden' in Ungarn. In Halberstadt hat er wohlweislich geschwiegen; Ln Gisenstadt hat e^ ״den Schritt gethan", und "gegen die Gewitterschwüle seinen Blitzableiter hoch in die Luft steigen lassen! " ׳ - So wenig wir indeß die gute Absicht des Hm. Dr. H. in Abrede stellen wollen; so bereitwillig׳ wir anerkannten, daß die Aufnahme des hebräischen und deutschen Sprachunterrichtes verdienstlich sei: so dürfen wir doch nicht aRf- HÜren, mit allem SWdrHck hervorzuheben, daß die Eisenstädter ^Wule die Stelle einer Rabbinerbildungs-Anstalt in Ungarn unmöglich vertreten könne. Daß eine solche Anstalt durch die Huld und Gnade unseres erhaben nen Kaisers nnd^Herrn in's Leben treten werde, ist unseren Lesern bekannt. Daß diese Anstalt einen wissenschaftlichen Charakter und eine dem ent- «LMM