Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Freund Duschak den Kernpunkt der Frage zu wenig in's Auge gefaßt habe. Das die Taubstummen betreffende thalmudifche Prinzip lautet nämlch: הכי קים"להו לרבנן רמי שאינו שומע וא״מ דלאו בני דעה נינהו MM Chagiga 2, d). Die Hauptfrage ist also, ob die den thalmudis.chen Gesetzeslehren! als evident geltende Lhatsache (לןים לחו), daß TaubstumM* nicht im Volten Gebrauche ihrer Geisteskräfte sind? durch den modernen Unterricht derselben ihre Evidenz verloren habe, und sogar als unhaltbar aufgegeben werden müsse. Wir zweifeln noch immer, ob diese Frage auf dem Standpunkte des, herkömmlichen Thalmudstndiums bejaht werden könne. Doch soll hiermit den Meinungsäußerungen unserer Kollegen,Ddenen wir die Beachtung,Des Erkurses von R. Samuel Landau im Schibath Zion Nro. 4 und die daselbst angeführten Quellen empfehlen, nicht vorgegriffen werden. Noch ein Mort über die Meziza. Gin sehr würdiger, greiser Rabbiner im nördlichen Ungarn schreibt uns unter Andern!: ״Ich begreife nicht, wie Sie stch im 2, Hefte Ihres ״B.-Ch." »(S. 76) aus das Gutachten des gottseligen N. Mose Sofer berufen konnten. -Sollte es Ihnen denn unbekannt sein, daß dessen die Meziza בפח betreffendes Schreiben an den Rabb. Horwitz in Wien ein wahrer Angstschweißtropfen- Brief war*)?" — Deshalb haben auch die Herausgeber der Soferischen Gutachtensammlung diesen Brief nicht ausgenommen. Aus Jalkut zu Ps. 35, 10. ist Eigens zu schließen, daß die Meziza בפח im Alterthume nicht üblich war. '"'■'׳ ' . . י M Neueste Kundgebung der Romantik. 1. Der Inhaber der konzessionirten Rabbinerschule in Eisenstadt hat einen . offenen Brief an uns über Stappel lausen laffm^Delcher sich den Produkten der romantischen Schule auf eine würdige Weise anschließt, ja dieselben.durch die gebotene Berichtigung des homiletischen Sprachgebrauches sogar bei weitem übertrifft. Bis zur Stunde waren nämlich nicht nnr alte Prediger, sondern auch alte Gebildeten der Meinung, das Thema einer Predigt sei deren Hauptgedanke, während der Tert die dem Vortrage zu Grunde liegende Bibelstelle bezeichnet. Da auch wir diese Meinung theilten, so fanden wir es höchst sonderbar, daß der Hr. Rabb. Dr. Hildesheimer den Tert des bei seiner Prüfung .... gehaltenen Vortrages mit den Worten bezeichnet: ״über die PflichteR eines Rabbiners" (B. CH. 6. Heft S. 248). Nun werden wir aber eines Bessern belehrt! Unter Hinweisung auf Lünnemann's lateinisch-deutsches Wörterbuchs *) Unser wackerer Freund E. I. Stern, der den in Rede stehenden Brief abdrucken ließ, könnte hierüber Aufschluß geben. Ued.