Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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— 459 Brüder in Verzweiflung. Er konnte der Thränen sich nicht erwehren. Da er noch nicht erkannt werden wollte, so Htfernte er sich, kehrte aber bald wieder zurück. Er befahl ihnen, ׳auf dem Markte mit Getreide sich zu versehen und nach Hause zu reisen. Simon behielt er als Geisel, bis sie wiederkommen würden. Einem Diener trug er auf, das Geld, wofür sie eingekauft hatten, heimlich in ihre Säcke zu legen, und sie abziehen zu lassen. Es geschah, wie er befohlen hatte. 5. Als Jakob's Söhne nach Kanaan zurückkehrten, erzählten sie dem Vater alles, was ihnen in Egypten widerfahren, daß man sie für Spione erklärte. Sie hatten angegeben, daß sie Brüder wären, und ihr eilfter beim Vater zu Hause geblieben sei. Dies wollte der Vizekönig nicht glauben. Er hielt Simon als Geisel zurück, und verlangt, daß wir Benjamin mitbringen, um zu erfahren, ob sich die Sache nach unserer Angabe verhalte. Sie baten den Vater, ihnen Benjamin mitzugeben. Er möchte unbesorgt sein, es werde ihm nichts geschehen. Aber Jakob mißfiel das bereits Geschehene; um Simon war es ihm schon bange; er sürchtete daher, mit Benjamin es zu wagen. Ungeachtet Rüben die eigeneu Söhne verpfändete, wenn Benjamin auf der Reise ein Unglück begegnen sollte, so konnte sich Jakob dennoch nicht eutschließeu. Dieser hartnäckige Widerstand des Vaters brachte die Söhne in peinliche Verlegenheit. Noch mehr beunruhigte sie.das in ihren Säcken versteckte Geld. Das heimgebrachte Getreide fing an, nach und nach zu Ende zu gehen, die Huugerönoth stieg von Tag zu Tag; das weckte Jakob's Nachdenken. Er wußte, daß die Brüder ohne Benjamin nach Egypten nicht zurück durften; auch wurden die Bitten seiner Söhne immer dringender, und doch konnte er zu keinem Entschlüsse kommen; doch konnte er Benjamin, dessen Leben er höher als das eigene schäzte, nicht entlassen. Da trat Judas, ein entschlossener Mann, heftigen Gemüths hinzu- und wagte es, mit dem Vater zu rechten. Vater! sprach er, ist deine Sorge um Benjamin nicht übertrieben? Ohne Vorsehung Gottes kann zu Hause so wenig wie auf der Reise ihm etwas widerfahren. Durch deine uunöthige, nutzlose Sorgfalt setzest du das eigene und unser aller Leben auf's Spiel, die wir ohne Egyptens Hülfe nicht