Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 458 beweiset unsere nur mit geringer Abweichung auffallende Ae hulichkeit. Unser Vater Jakob, ein Hebräer, zeugte mit vier Frauen uns zwölf Söhne. Als wir noch alle beisammen waren, lebten wir glücklich; nachdem aber Josef, einer unserer Brüder, starb, hat unsere Lage sich verschlimmert. Den Vater verzehrt immerwährender Gram, und uns betrübt der unglückliche Todesfall und das Elend des Greises. Nun sind wir da, um Lebensmittel zu kaufen. Unfern jüngsten Bruder Benjamin ließen wir zurück, den Vater fleißig zu Pflegen und das Hauswesen zu verwalten. Möchte es dir gefallen, nach unserer Heimath zu senden, so würdest du erfahren, ob wir Unwahrheit dir berichten". 4. Durch diese Ansprache versuchte Rüben dem Josef eine bessere Meinung von ihnen beizubringen. Obschon Lezterer bereits wußte, daß der Vater lebe und Benjamin nicht umgekommen fei, ließ er sie dennoch in Gewahrsam bringen, um sie gelegentlich genauer zu vernehmen. Nach drei Tagen ließ er sie wieder vorführe». Ihr behauptet, nicht zum Nachtheil des Königs hierher gekommen zu sein, und gebet vor, ihr wäret Brüder, von einem Vater gezeugt? so leistet mir Bürgschaft, daß dies sich wirklich so verhalte! Einer euerer Brüder bleibe hier; es soll ihm nichts geschehen. Getreide werdet ihr für euern Vater erhalten; wenn ihr aber wieder kommet, so müßt ihr euern jüngsten Bruder, den ihr, wie ihr saget, zurückgelassen habet, mitbringen, alsdann werde ich glauben, daß ihr mit Wahrheit umgegangen seid. Die Brüder waren nun in noch größerer Verlegenheit. Sie weinten und bereueten sehr die Lieblosigkeit gegen ihren Bruder Josef, welche diese Verlegenheit als gerechte Strafe Gottes herbeigeführt habe. Die bittersten Vorwürfe' machte ihnen Rüben. Zn spät, sagte er, kömmt euere Reue/ die Josef nichts mehr nüzt. Doch beschwor er sie, welch Unglück auch immer erfolgen sollte, muthig es zu ertragen. Es sei von Gott verhängt, ihre Grausamkeit gegen den Bruder zu rächen. So wortwechselten sie unter einander und glaubten, Josef verstehe ihre Sprache nicht. Am meisten wirkte auf sie Ruben's Aeußerung, und die Reue des Begangenen, welcheö sie so wenig überlegt hatten. Verdient sei auch die Strafe, meinten sie, welche Gott über sie ergehen lasse. Joses sah die