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Ben Chananja · 1858-01-01 · 10 (1858) · p. Seite 454

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 454 (sequence 22)
Language
German
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454 — אמורא, wie sich weiter unten zeigen wird, möglicher Weise nur mittelbar mit diesem Stamme zusammenhängen dürfte. Aber sowol die hier versuchte Deutung als auch die verschiedenen Deutungen, welche המר von Seiten älterer Ausleger erfahren hat, die ihm willkürlich und abenteuerlich genug den Sinn ״Knopf", ״Schmuck" u. dgl. leihen, sind schon darum unzulässig, weil דרש רמין המר überhaupt nicht die Bedeutung eines lobenden Urtheils haben kann, da ein solches wenigstens im Munde des Vortragenden selbst (Sota l. l.) durchaus nicht paßt. Gegenüber den verzweifelten Versuchen, welche zur Erklärung dieses Ausdrucks in älterer und neuerer Zeit gemacht worden sind, glauben wir nicht zu irren, wenn wir dieselben zunächst für nichts weiter als eine wörtliche Uebersetzung eines einfachen griechischen Wortes halten, dessen längst erkannte, aber von manchen neuern Philologen, wie es scheint, angezweiselte Etymologie eben in diesem rabbinischen Ausdruck eine unerwartete, aber sichere Bestätigung finden wird. Die etwaige Verwandtschaft des דרש ממי; המר mit דורשי המורות und אמורא wird dabei, wenn auch in einer andern Weise, unangetastet bleiben. Das Erklären und Auslegen der Worte eines andern heißt bekanntlich im Griechischen tywvtvuv, wie die Auslegekunst iQfir!- vsvtwtj (Hermeneutik), und werden diese Wörter mit Recht schon von den ältern griechischen Lexikografen auf Hermes {'ßQjifjg), den Namen des mystischen Erfinders der Künste und Wissenschaften, der auch für das Prototyp« der Auslegekunst galt, zurückgefiihrt. Diese an sich kaum zu bezweifelnde Etymologie erweist sich um so richtiger, als das Beispiel von Paulus und Barnabas (Act. Apost. IV. 11, 12.) hinlänglich zeigt, daß die den Alten geläufig gewefette Vorstellung von Hermes Anlaß gab, jeden, der als Sprecher den Sinn und die. Meinung eines Andern ausdrückte, geradezu Hermes zu nennen. Das Wort bedeutet also im eigentlichen StNne: den Hermes vorstellen, in der Weise des Hermes handeln, die Auslegekunst üben, auslegen. In diesem eigentlichen Sinne läßt sich iQ^veiuv in's Hebräische in der That kaum treffender als durch ררש ממי; המר übersetzen; dieser rabbinische ^sdruck ist daher wirklich nichts anders als eine solche Uebersetzung und bedeutet gleich iQwvevuv schlechthin: anslegen.

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