Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 440 — Menge von Grabmälern auf unserem Todtenacker erblicken. Wie ganz anders ist das in unfern Tagen geworden! Wie hat die Sitte unserer Zeit sich ganz darauf gewendet, dem Sarge und dem Grabe und dem Denkmale des Entschlafenen eine so viel als möglich heitere Gestalt zu geben; wie hat sie sich bemüht, zu diesem Behufe immer neue Erfindungen zu machen und Anstalten zu treffen!" Hieraus erhellt unzweideutig,, daß Blumen auf jüdischen Gräbern nimmermehr als ״Nachahmung fremder Knltusakte" angesehen werden können. Als Erzeugniß einer ursprünglich jüdischen Sitte können dieselben allerdings ebenfalls nicht gelten. Allein jüdischen Ursprungs ist auch der in so vielen Gemeinden bereits übliche Leichenwagen nicht. Ja, nach dem, was Zunz, Rapo- Port und Lewysohn über die Grabdenkmäler früherer Zeiten zusammengestellt haben dürften sich die Inschriften auf jüdischen Grabsteinen in Europa kaum als originelle Einrichtung behaupten können, wiewol andererseits die Errichtung von Grabmälern schon in den frühesten Zeiten des biblischen Alterthums üblich war (1. B. M. 35, 20). Wie wenig man im Punkte des äußern Anstandes die Nachahmung fremder, aber ansprechender Sitte scheute, beweist das Beispiel Simon's des Hasmonäers, welcher das Familienmausoleum in Modi» in griechischem Geschmacke errichten ließ 15). 3. Eben so wenig wird aber auch die Dogmatik gegen die in Rede stehende Neuerung einznwenden haben. Mannheimer sagte 1828: ״Daß in unfern Ceremonien, wie sie bei den Trauernden üblich sind, Vieles ist, das noch aus einer rohen Zeit und aus einer fremden Welt zu uns herüber gekommen; Vieles, das wir könnten von uns abthun, und dürften von uns abthun, eben weil es gegen das Gesetz Gottes ist, und das bessere Gefühl im Menschen verlezt, und den Schmerz, den die Gotteslehre soll mildern, nur aufregt und steigert bis zur leidenschaftlichen Heftigkeit — das ״) Zur Geschichte und Literatur 390—394. Koppelmann LieLen's Galed IX—XXV. Nafsch. Zadd. 94-100. 1 Makkab. 13, 27-30. Jos. Alterth. 13. v, o.