Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 9 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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— 428 — den fruchtbarsten Boden steril machen, und bepflanzet ihn mit edlen Reben, mit echter Bildung, die sich mit echter Neligiösität wol verträgt. Th .. M.. Zdeüfatz, August 1858. Rufe, mein freundlicher ״Ben-Chananja", indem dn den Namen des Ortes liest, von woher diese Correspondenz kommt, nicht ans!הגם שאול בנביאים, beherzige vielmehr den frommen Wunsch des Heiligsten der Proseten!מי יתן כל עם ה' נביאים Ehedem zählte man die israelitische Gemeinde allhier zu den ältesten, bedeutendsten und ehrwürdigsten; allein traurige Ereignisse verwandelten bekanntlich die sonst blühende Stadt in eine Brandstätte, in welcher nichts blieb, als Grabeshügel und Leichensteiue. Die Glieder der israel. Gemeinde flohen nach allen Seiten und Richtungen. Heute ist die Gemeinde zu Neusatz als eine der jüngsten in unserm Vaterlande zu betrachten. Nach Wiederherstellung der Ruhe kehrten nur wenige Familien zurück, und auch einige Fremde schlossen sich an; sie fanden nichts als vier kahle Mauern der früher» Synagoge. Der Neue Gemeindeverband mußte das Gotteshaus, das Schulgebäude und die Rabbinatswohnlichkeiten Herstellen; dieses geschah mit lobenswerther Opfer- Willigkeit, und es ist zu wünschen, daß die Gemeinde eben so freundlich ausblühe, wie die Stadt durch den neuen Aufbau zu der Aussicht berechtigt: Neusatz werde einst in architektonischer Rücksicht zu den allerschönsteu Städten des Vaterlandes gehören. Wol fand die Gemeinde auch unversehrt ihren Friedhof, aber die Stätte des Friedens sucht man annoch vergebens. Niederschlagend ist die Wahrnehmung, daß bei der neuen Begründung nicht beachtet wurde der Wahlspruch des Rabbi Chanina:ורב שלום בניף ,אל תקרא בניף אלא בוניף. Bei dem Anfbauen oder Begründen ist vor Allem dem Frieden und der Eintracht Rechnung zu tragen. Während es jedoch heißt: מביאים שלום N"N בעולם, ist eben der Ortsrabbi die unschuldige Ursache eines bedauerlichen Zwiespaltes. Ich sage: die unschuldige Ursache, weil ich mir hierüber die unumstößlichsten Beweise verschaffte. Nur die erfreuliche Hoffnung auf ein baldiges Eintreten besserer Einsicht, und somit auf die Einkehr der erwünschten Eintracht, hält mich ab, den unerquicklichen Sachverhalt vor das Forum der Oeffentlichkeit zu bringen. — Nach einer dreißigjährigen Abwesenheit kam ich hierher, um die Schollen, welche die Gebeine meiner geliebten Eltern bedecken, mit meinen heißen Zähren zu netzen; die Thränen jedoch, die ich der Venerabilität jenes ehemaligen patriarchalisch-frommen Lebens des Friedens und der Eintracht nachweinte, wahrlich! sie waren viel bitterer. Diejenigen, die täglich mit gläubigen Herzen das S ch e m a rufen und anerkennen: Gott ist einig! sollen sich durch Einigkeit zu Gott erheben, und die Verweser seiner heiligen Lehren hienieden ehren und achten. Indem ich von dir, geliebte Vaterstadt! wieder scheide, rufe ich Euch, meine GLanbensbrüder, zu: למען אהי ורעי אדברה נא שלום בף!