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Ben Chananja · 1858-01-01 · 9 (1858) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
9 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 420 (sequence 36)
Language
German
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— 420 — Versuch einer Antwort auf die Anfragen des Vorstandes der isr. Änttusgemeinde M Keßthely. Von H. Zirndorf, Prediger in St. Miklds. Indem ich.es versuche, nach bestem Wissen und Willen die im ״Ben- . Chanausa" gestellten Fragen an jüdische Schulmänner zu erwiedern, so muß ich die Bemerkung voranschickcn, daß die Antwort hier keine allgemein gültige und absolute sein kann. Sowie die Anforderungen, welche an die jüdischeu Lehranstalten Ungarns gestellt werden, ganz andere und zum Theil weit umfassendere sind und sein dürfen, als für die ähnlichen Schulen der übrigen Krouländer maßgebend ist, so bieten auch die Schulen dieses Landes unter sich eine zu große Verschiedenheit dar, als daß ein allgemeiner Maßstab angelegt werden dürste. Doch wird es möglich sein, eine richtige Mitte zu finden, wenn wir einerseits die Leistungen der hervorragenderen Schulen Ungarns gegen einander halten, andererseits die Aufgabe der jüdischen Schule fest in's Auge fassen. Ad 1. Daß der hebräische Unterricht in der ersten Klaffe der Volksschule schon begonnen wird, leidet keinen Zweifel. Sowol die sittlich religiöse Aufgabe der Schule als die Bewältigung des schwierigsten Lehrstoffes fordern gebieterisch, diesen Lehrgegenstand nicht auf spätere Klaffen zu verschieben. Im ersten Semester wird die Uebnug im Lesen so ziemlich alle verfügbare Zeit in Anspruch nehmen. Bleibt dem Lehrer noch Zeit übrig, so mag er einige leichtere Stücke aus dem Gebetbuche übersetzen Lassen. Der Stundenplan räumt für dieses Fach fünf Stunden ein, welche dem christlichen Religionsunterrichte entfallen. — An einigen Schulen, wie an der hiesigen Hauptschule, besteht neben den vier Klaffen eine Art VorbereitungSklasse. Da nun hier die Schwierigkeit des Lesens schon überwunden wird, so treten die Schüler gehörig vorbereitet Ln die erste Klaffe, und es wird möglich, liier sofort den Bibelnnterricht im Urterte zu beginnen. — Da, wo solche Vorbereitungsklaffeu nicht bestehen, soll mindestens im zweiten Semester mit dem Pentateuch begonnen werden. Damit wird aber zugleich eine Erweiterung des Zeitmaßes für den hebräischen Unterricht nothwendig, dem von jezt an nicht weniger als acht Stunden wöchentlich znzuwenden find. Daß die jüdische Schute dem Lernenden eine größere Arbeitslast anferlegt, als die Schulgesetze gutheißen, liegt eben in ihrer höheren Aufgabe und ihrem Berufe zu einer vielseitigeren Bildung. Die Erziehnngswissenschast im Allgemeinen mag ans diätetischen und sittlichen Gründen manches Bedenken erheben gegen eine solche Ueberbürdung; die israelitische Schule hat mm einmal die Nothwendigkeit einer größeren Unterrichtszeit anerkannt und in ihr Programn! anfgenommen. Von den acht Stunden des zweiten Semesters gebühren noch immer drei der Uebung im Hebräisch-Lesen, womit das Überträgen leichterer Gebet-

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