Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 9 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543107-2543117--0434-2544123- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 419 — Mitka,, Mischtia und Gemara ist, also alte drei in sich faßt, daher man mit dem Studium dieses Einen allen Anforderungen genügt"; aber abgesehen davon, daß die Ansicht des R. Tam sich nur auf die im Thalmud dort ausgesprochene Pflicht des täglichen dreifachen Studiums der Bibel, Mischna und Gemara, keineswegs aber ans den Stufengang des Unterrichtes bezieht (so bemerkt auch schon ^ש״ל), so ist feine Beweisführung selber eine auffallend schwierige, indem gerade jene Stelle eine die babylonische Schule und ihre Lehrart herb tadelnde ist, wie wir oben bewiesen!!.... Diesen wichtigen Aussprüchen wollen wir nur noch einige Namen der später» größten NabbineN und Schriftgelehrten attreihen, die sowol durch ihre Aenßernngen, als durch ihre eigene Vollkommenheit in der hebr. Sprache als nachahmungswürdiges Beispiel dastehen. Saadias, Nab Hai G., Raschi, Iben Esra. Maimuni, Juda Halevi, Salomo Gebirol, Kinrchi, Don I. Barbanet, I. Arammah U. a. v., wie groß stehen sie sowol als Schriftgelehrte, wienicht minder als Schriftsteiler und Poeten da! Aber auch die Nabbinen des 18.' Jahrhunderts zogen das Studium der hebr. Sprache und ihrer Literatur in den Kreis ihrer heiligsten Beschäftigungen, wir nennen hier nur den rigorosen Jakob Emden und den heiligen von Allen mit Ehrfurcht genannten Jesajas Horowitz, der sich in seinem ש״לך־ן zn wiederholten Malen über die Nothwendigkeit und Pflicht des Studiums der Bibel strenge ansspricht. — Nun ist es aber eine ausgemachte, selbstverständliche Sache, daß man eine Sprache ohne die dieselben betreffenden und bindenden Siegeln und Lehren nicht gründlich wissen kann. Sinnig sagt daher Kimchi am Schluffe seines Michlol": ״Ferner, der die Bibel studiert, ohne sich mit der Grammatik der hebr. Sprache zu beschäftigen, gleichet dem Ackersmann, der die Ochsen zum Pfluge führt, ohne in seiner Hand einen Treibstecken und Stachel zu haben" . . , Und wenn schon unsere Weisen von dem Gelehrten in seiner altgewohnlichen Conversationssprache Korrektheit und Richtigkeit des Ausdruckes verlangen צריכה הלכ?1ר n״n אסילו שיחת י הולין של (Aboda Sara 9, b.), nm wie viel mehr muß er Ln der Sprache seiner heiligsten Schriften eine derselben angemessene Fertigkeit besitzen, um wie viel mehr sollte fein religiöser Vortrag, seine gelehrte Abhandlung in der Reinheit, Schönhe.it und Regetrichtigkeit der Sprache erscheinen!! — Mögen für heute diese Andeutungen genügen; so Gott will, wollen wir ein.andersmal diesem Gegenstände nach einer andern Seite hin unsere Aufmerksamkeit widmen.