Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 9 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543107-2543117--0432-2544121- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 417 — Weber die biblischen und grammatischen Studien der früheren Uabbinen. Ein apologetischer Versuch von $>. L. Stricher, Bezirks-Rabbiner zn SzarvaS. Im 6. Hefte dieser geschäzten Monatschrist S. 243—244 rügt der Herr Redakteur in einigen flüchtigen Bemerkungen den Mangel an Kenntuiß der Bibel und der hebr. Grammatik der frühen: polnischen und deutschen orthodoren Rabbinen und ihrer Schulen. Hie und da könnte vielleicht die Ansicht Raum gewinnen, daß das Studium der heil. Schrift und ihrer erhabenen Sprache vom Standpunkte des Thalmuds und seiner Kommentatoren und Lchrer ans nicht obligat und die in den neuern rabbinischen Schulen wieder eingeführte Beschäftigung mit demselben eine reformatorische Neuerung sei. Ich halte es daher für angemessen, die Wichtigkeit und Nothwendigkeit des Studiums der heil. Schrift und ihrer Sprache vom Standpunkte des Thalmuds in Kürze darzuthun. — Das Gebot 5. B. M. 11, 10.: ״Ihr sollet sie eure Kinder lehren zu sprechen", wird schon vom Sifri auf die dem Kinde beizubringende Elemente der hebr. Sprache gedeutet. Maimuui (Mischna Kommentar Aboth II. 1.) bezeichnet das Studium der hebr. Sprache als Pflichtgebot gleich den andern Mizvot. Schmoth Rabba K. 41. Sir Haschirim Rabba K. 27. leitet von dem Worte )?633 (2. B. M. 31, 18.) — wahrscheinlich ihm folgt Asulai. Aron Fuld hat aber die Unmöglichkeit dieser Behauptung nachgewiesen. Er vermuthet, daß der S. O. von R. Simcha aus^Speier herrühre. Zunz (zur Gesch. 162.) hält dies für unzweifelhaft. Gewiß ist es jedenfalls, daß der Jttur keinen Simcha, sondern Jsak b.. Abba-Mare znm Verfaffer habe. Der Jttur gehört übrigens zu den wenigen kasuistischen Werken älterer Autoren, denen nicht die Ehre zu Theil wurde, kommentirt zu werden. Im Oriente gab dieser Umstand Veranlassung zu der Sage, daß gewisse höhere, mystische Rapporte unbedingt fordern, daß auf dem Jttur ein gewisses Dunkel ruhen müsse. Daher, fügte man Hinz!:, gehen die Kommentare verloren, welche zum Jttur geschrieben werden; daher die Gefahr, welcher sich die Verfasser desselben aussetzen. R. Jakob Sason kommentirte den Jttur, und starb 31 Jahre alt! Asulai, der dies berichtet, fügt hinzu: Hieraus kannst du die Größe des R. Abraham Giron erkennen, der Glossen zum Jttur herausgab, und gleichwol ein hohes Greisenalter erreichte. Eine Charakteristik des Jttur werden wir bei einer andern Gelegenheit zn geben versuchen. Uc). Ben-Chananja!858. IX. 27