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Ben Chananja · 1858-01-01 · 9 (1858) · p. Seite 410

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
9 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 410 (sequence 26)
Language
German
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410 — frischen: das Andenken der Jeschiba oder der höheren Thalmnd schule. Für die Jeschiba wurden zu jener Zeit die meisten begabteren Knaben erzogen. Das Studium des Thalmuds galt nicht nur für die vortrefflichste Gymnastik des Geistes, sondern auch für die heilsamste Beschäftigung, die Gott wohlgefällt und bei den Menscheu Ansehen, ja selbst manche namhafte Bortheile verschafft. Denn wenn auch die alten, aus der Zeit des Thalmuds stammenden Vorrechte, nach welchen thalmudische Fachgelehrte von gewissen Steuern und Abgaben befreit waren 2), im Handel und Wandel verschiedene bedeutende Prärogative genossen 3), und die ihnen zugefügte Ehrenbeleidigungen ohne Intervention des Richters selbst bestrafen durften 4 5), im Laufe der Zeiten, namentlich bei den europäischen Juden theils ganz außer Gebrauch gekommen, theils verringert worden waren s), so behielt doch der Stand der Thalmndgelehrten noch immer Reize genug, um das Studium des Thalmuds zur anziehendsten und würdigsten Beschäftigung zu machen. Der Tribut der Achtung, welchen selbst der Ungebildete gerne dem Gelehrten zu zollen Pflegt, wurde den Adepten des alten nationalen Schristthums um so bereitwilliger gezollt, als deren Wissen vom Nimbus der Religion umstrahlt erschien. Bei der allgemein herrschenden Autonomie der rabbinischen Gerichte waren die Thalmudisten nicht nur die Hüter und Pfleger der religiösen Literatur, sondern zugleich auch die einzigen Richter, RechtskonsulWten. Ihnen war es auch gegönnt und-erlaubt, mit den pilpulistisch predigenden Rabbinen in der Synagoge zu disputiren, und sich von Kundigen und- Unkundigen bewundern zu lassen! Fromme und ehren- Hafte Eltern erfüllten daher nicht nur eine religiöse Pflicht 6), sondern sie befriedigten zugleich ihre elterliche Ehrliebe und Eitelkeit, indem sie einen Thalmudjünger zum Schwiegersöhne wählten. '0 B. Bathra 7, b ff. 3) Das. 22, a. ') M. Kakau 16, a. 5) I. Dea 243. °) Pesach 49, b.

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