Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 9 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 407 — gen 5 daher er mit Tagesanbruch die Weisesten Egyptens zu sich beschied. Er wünschte von ihnen zu wissen, was seine Träume zu bedeuten hatten. Aber nichts Befriedigendes wußten sie ihm zu sagen. Das beängstigte ihn noch mehr. Der Mundschenk bemerkte die Verlegenheit des Königs. Da erinnerte er sich Josefs des geschickten Tranmdeuters. Er trat nun zum Könige hin, erzählte ihm den Traum, den er im Kerker hatte, wie ihn Josef auslegte und alles zntras, und daß er auch dem Oberbäcker vorhersagte, er werde gehenkt werden. Der Oberküchenmeister Potiphar hatte Josef als seinen Sklaven eingekerkert, der angiebt, ein Hebräer von vornehmer Abkunft zu sein. Wenn du, o König, es nicht scheuest, diesen Sträfling holen zu lassen, so wird er die Auslegung der Träume dir offenbaren. Sogleich befahl der König, daß man ihn vorführe. Er wurde gereinigt, gekleidet und dem Könige vorgestellt. 5. Der König reichte ihm die Hand und sprach: o Jüngling! dich hat mein Mundschenk deines ausgezeichneten Verstandes wegen mir empfohlen. Laß auch mir, gleich jenem, haS Glück zu Theil werden, und deute meine Träume, die mich um meine Ruhe bringen. Nur bitte ich dich, sei mir zu Liebe nicht unwahr, wenn auch die Zukunft was Schreckliches in ihrem Schooße bergen sollte. Mir kam vor, ich lustwandle längs des Stromes, und sehe sieben große wohlgemästete Kühe aus demselben an'S Land steigen. Eben so viele häßliche und magere Kühe kamen ihnen entgegen und fraßen sie. Man merkte ihnen nichts an, denn sie blieben noch immer so mager und hungrig, wie vormals. Ausgeschreckt, erwachte ich und dachte, was hat denn diese Erscheinung zu bedeuten? Bald darauf schlummerte ich wieder ein, und hatte abermals einen Traum, wunderlicher als der erste, der mich auch mehr als jener beunruhigte. Ich sah nämlich aus einem Schafte sieben Halme ׳emporschießen, deren Aehren voll reifer Körner waren, und wegen ihrer Schwere sich abwärts neigten. Neben ihnen standen sieben dürre, schwächliche, vertrocknete, kränkelnde Aehren, welche den sruchtreichen sich zuwendeten und sie verzehrten. Dieser Traum erschreckte mich sehr. 6. Hieraus erwiederte Josef: Der Traum, den du, o König, in doppelter Gestalt gesehen hast, bezeichnet doch nur eine und die-