Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 9 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 403 — zuerst ausströmen und in diesem den Saamen. Da ward ein goldenes Ei, ihm dem Tausendstrahlenden an Glanz gleich; im Ei erzeugte sich selbst Brahma aller Welten Ahnherr. In diesem Ei wohnte der Hehre ein rundes Jahr und spaltete es selbst durch eigenes Nachsinnen in zwei Theile. Aus diesen zwei Hälften bildete er Himmel und Erde und in der Mitte die Lust in die acht Weltgegenden und den ewigen Raum des Wassers". In Brahma, der uns hier als Weltenschöpfer entgegentritt, dürfen wir keine untere Gottheit sehen, denn Brahma ist blos eine Nuance Svajambhus oder besser Svajambhu als Weltenschöpfer ist Brahma. Wenn wir nun oben die indische Schöpfung als ein bloßes Formen und Sondern angegeben, da die Materie zu den nachher erschaffenen Dingen als in der Gottheit befindlich mit derselben von Ewigkeit her eristirt hat; so kömmt nun noch die Modifikation hinzu, daß selbst die Form nicht durch das Schöpferwort entstanden, sondern aus der Gottheit emanirt ist. Brahma, oder die formende Nuance Svajambhus, sondert Land, Wasser, Lust und den ätherischen Himmel von einander, indem er das in dem Wasser entstandene Ei spaltet, welches aus der Gottheit emanirt ist, mithin ist selbst das Formen und Sondern durch das Spalten des Ei's dargestellt, auf dem Wege der Emanation entstanden und die ganze Schöpfung der Inder Emanation im eigentlichsten Sinn des Wortes. In diesem Emanationssysteme liegt der Grund zu der Verehrung, die sich in Indien auf die mannigfaltigsten Dinge der Natur erstreckte. Sonne, Mond, Gewässer, Pflanzen und Thiere wurden daselbst zu allen Zeiten göttlich verehrt; weil das Weltall keine Schöpfung Svambhus, sondern Svambhu selbst ist, dessen eine Seite wir im Weltall verkörpert sehen. Trotz der nicht zu verkennenden Aehnlichkeit, bildet doch der betreffende Schöpfungsakt in der Genesis einen herrlichen Gegensatz: ״Und Gott sprach, es sei eine Ausdehnung inmitten der Wasser und mache eine Gränzscheide zwischen Wasser und Wasser". Der göttliche Wille schaffet hier die Ausdehnung, scheidet und sondert die Wasser von den Wassern, das göttliche Wort macht ein Ende dem zweiten negativen Prinzip, der Unbegränztheit des Wassers. Jedoch er- 26*