Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 8 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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— 356 — gestalten, zu formen und zu sondern; eine Ansicht, wie Ne des unbegränzten Chaos, die wir in dem' Sonier Anäkimander wiederfinden, dessen Urwesen ebenfalls das unentwickelte, ungefchiedene, potenzielle Sem der Elementargegensätze ist. Der mit dein Chaos innigst verbundene Begriff und das Hauptmerkmal desselben ist Finsterniß, Dunkelheit; der erste Akt der Schöpfung konnte daher nur darin bestehen, die Finsterniß zu zerstreuen. Dieses geschah durch das Erscheinen der Gottheit selbst, als den Urquell des Lichtes. Diese Annahme der Präeristenz des Lichts legte den Grund zu dem hochgeachteten Sonnendienst; unter dem Namen Sunya singen die Vedas der Sonne die herrlichsten Hymnen B). Später artete dieser Dienst in den im nördlichen Indien sich gestalteten Sivaiömns ans, der das Feuer, die Wärme als Prinzip der Zeugung und Produktion verehrte. Analog mit einem solchen Anfänge, wenn gleich in der Aussassung grundverschieden, ist der Anfang der hebräischen Cosmvgonie. Diese verschiedene Auffassung ist aber für den Mosaismns von solcher Wichtigkeit, daß in ihr der große Unterschied liegt zwischen der unbegränzten, unbeschränkten schöpferischen Kraft des mosaischen Gottes und der formenden, sondernden, bildenden Kräft des Svajambhü. Von der Wichtigkeit dieses Unterschiedes waren die jüdischen Philosophen R. Sadiah B), R. Bachja ben Josef s), R. Moses ben Maimon s), R. Josef Albo e) auch so überzeugt, daß sie sich mit denselben vielfach befaßten und einen großen Theil ihrer religions-philosophischen Reflexion auf denselben hinlenkten * * 3 * * 6 7). Wenn nun die Genesis mit der Schöpfung des Himmels und der Erde beginnt, ohne dem Zustande der Dinge vor der ') Anarimander aus Milkt, geb. 610 vor d. g. Zeitr., gest. 546, darüber s. Schleiermachcr's Philosophie des Anarimander. נ) Roth zur Literatur der Veda S. 162. 3) Emunoth Bcdeoth I. I. ') Choboth Ha L'Bab. I. 5. ׳) More Neb. I. 74. II. 13—22. 6) Jkkarim II. 11. 12. 13. 7) Bergt. Knsari 4, 25, 5, 2, Nachm. Gen. 1, 2. und ׳Mrad. das. ,Cor. Legis, S. 64. llkb.