Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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— 334 — war für meinen gläubigen Sinn, daß ich stolz war in dem Bewußtsein, ich sei Jsraelite. , . Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, und mehrmals Lief ich hin zur brennenden Nachtlampe, um das Interdikt unseres ehrwürdigen Rabbiners zu überlesen.— Sei nicht vorschnell im Urtheite! sagte ich zu mir selber, morgen mußt du wieder in den Tempel, da wird sich dir schon Alles offenbaren. Meine geliebten Brüder! Ich war auch am nächstfolgenden Tage dort; ich habe mit den Augen eines Grenzzollbcamten nach Kontrebande geforscht: ich konnte nichts als Schönes, Erhebendes und die Andacht Erweckendes entdecken, nichts was die Abschn. 52, 53 und 61 oder irgend einen andern §. zn scheuen hätte. Unser wackerer Herr Rabbiner in seinem redlichen Gemüthe, voll Zutrauen und Herzensgüte, ist also arg getäuscht worden. Die Knaben springen nicht; die Gesänge find keine Syreuengesänge. Der geniale Sulzer nahm die Harfe, die unsere trauernden Voreltern an die Weiden gehängt, und entlockte ihr die Klänge, die an den heiligen Sänger erinnern. Daß der Kantor zweimal hinter einander das Schema schreit, wie nnserm Rabbi berichtet wurde, ist nicht wahr; dasselbe wird nur vom Chor wiederholt. Daß aber unsere Betordner mehr den Chor als den Einzelnen bedachten, beweisen ja eben die Gebete, die meist im Plural sprechen: Höre Israel, der Herr unser Gott re.; Gelobt seist du, Herr unser Gott re.; Wir wollen heiligen deinen Namen re. Möge unser geliebter Herr Rabbiner ans dieser meiner Mittheilnng die Warnung vor Leichtgläubigkeit nehmen, und möge er in Zukunft über die Betweise im Kultustempel eben so wenig, als über andere Ritnalsragen urtheilen, bevor er geprüft hat! £. H. « Rechiritz, 18. Juni. Im Laufe dieser Woche mußte unser wackerer Ortsrichter nach einem Badeorte reisen, um seine׳ erschütterte Gesundheit herzustelteu. Während seiner Abwesenheit wird ihn Hr. Aron Pick, Geschworner bei der Ortsgemeinde, vertreten. Hr. Pick ist vermittelst eines Dekretes vom k. k. Stnhlrichteramte zum stellvertretenden Ortsrichter ernannt worden; alle Einwohner unseres Ortes freuen sich dieser Eruennung '). Der Sohn unseres Ortsrichters-Subsistnten, Hr. Sigmund Pick, ist als KultusgemeLnde-Vorsteher beflissen, den Aufschwung unserer Gemeinde zu fördern. IN unserem gelehrten Rabbiner, vr. Zipfer, verehren wir den würdigen, die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigenden Nachfolger der gelehrten Rabbinen, welche in früherer Zeit auf dem hiesigen Rabbinatsstuhle saßen. In Könnend ist ein Israelit von der k. k. Komitats-Behörde als Bezirksnotär bestättiget worden. ') Wir qratuliren dem würdigen Greise zu dem wohlverdienten Ber-' trauen seiner Mitbürger und der k. k. Behörden. Ne-.