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Ben Chananja · 1858-01-01 · 7 (1858) · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
7 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 331 (sequence 43)
Language
German
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— 331 — sein Wort, aüch in seinen Werken hat sich der Schöpfer geossenbart. Ist die Bibel das Buch der Bücher, dem wir die heiligsten Lehren und beseligendsten Verheißungen verdanken, so ist doch auch die sichtbare Schöpfung eine vortreff-- liche Führerin zur Gotteserkenntniß, eine freundliche Bildnerin unseres Geistes und Herzens. So wenig ich nun von dem Lehrer fordere, daß.er ein Schriftgelehrter sei, eben so wenig kommt es mir in den Sinn, -von deckselben eine tiefe, ausgebteitete, gelehrte Kenntniß der Natnt zu verlangen. Aber nichts -etrübt mich so sehr, als die Wahrnehmung, daß an manchen Schulen die Zugeud jahraus jahrein Von so vielen DingeN reden hört, , nur von der Natur und ihren Erscheinungen und Produkten nicht! ׳ Die Ursache dieser niederschlagenden Wahrnehmung liegt aber einzig nnd allein in dem Umstande, daß selbst begabtere Lehrer sich häufig lieber mit Sprachen und Belletristik beschäftigen, als mit Naturlehre nnd Naturgeschichte. Solchergestalt ist es natürlich, daß sich die Natureütsremd.ung von Lehrer auf Schüler sortpffanzt. . Sie erlauben mir wol, Verehrtester Herr Redakteur, daß׳ ich mich hier mit einer Bitte an Sie selbst wende. Scheuen Sie doch die kleine Mühe nicht, in einer Redaktionsanmerknng die Zahl der jüdischen Schulen oder Schulklassen im Csongrnder Komitake namhaft zu machen, in denen die Jugend mit der Flora ihres Wohnortes nur einigermaßen vertrant gemacht wird. Als Bezirksschnl-Änffther sollten Sie ja hievon spezielle Kunde und Kenntniß haben! — , So soll es nach meinem. Dafürhalten in der Zukunft nicht bleiben. Ein gewisses Maß von Naturkeuntniß ist dem Jngendbildner unentbehrlich. Die Bekanntschaft mit der Natur gereicht dem Lehrer nicht so wol zum .Lobe, als ihm die Unbekanntschaft mit derselben zum Tadel, gereicht. Als Fachmann in seinem Beruft kann der Lehrer auch nicht gelten, so lange ihn dieser gegründete Tadel trifft. . Eben so wenig, kann er aber als Fachmann gelten, so jlauge' er nicht geeignet ist, in der Volksschule zu lehrenden Fertigkeiten gedeihlichen Unterricht zu ertheilen. Das Schönschreiben mnß -ich zuerst berühren. Ich weiß, daß es nicht wenige jüdische Schulen in Ungarn giebt, in,welchen jeder Klassenlehrer den. Schönschreibennterricht mit gutem Erfolge ertheilt. Als bedauerlich muß. ich es aber bezeichnen, daß dies noch immer nicht in alten Schulen geschieht. Denn abgesehen davon, daß die Besoldung, eines eigenen Schreiblehrers manchen Gemeinden sehr lästig, .und daß der hierauf verwendete Betrag jedenfalls viel nützlicher zu Schulzwecken verwendet׳ werden könnte, darf auch nicht übersehen werden, daß der Klassenlehrer die Schreibestnnden für den sprachlichen und sachlichen Unterricht viel fruchtbarer zu machen versteht, als der Schreibelehrer, der von den andern Unterrichtszweigen ganz nnd gar abstrahirt. Noch schmerzlicher ist für den Jugendfreund die Wahrnehmung, daß der Zeichen- und Gesangunterricht an den meisten jüdischen Schulen in Ungarn gar nicht ertheilt wird. Ich bin weit entfernt, den angestellten Lehrern, besonders denen'in vorgerückten Jahren, hieraus einen Vorwurf zu machen. Der durch die Umstände v bestimmte eigenthümliche Gang ihrer eigenen Erziehung und Bildung brachte

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