Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 328 — zu wirken; mehr zur äußerlichen Beobachtung, als zur innerlichen Betrachtung einzuladen; mehr zum Beschauen, als zur Beschauung zu drängen 1). Die Rede hielt nach vorausgegangenem Choräle Ps. 118. V. 16. Herr Dr. A. Jellinek, als der für diesen Tempel designirte Prediger. Die Rede war, wie es sich von einem so begabten Kanzelredner^erw arten läßt, dem Gegenstande angemessen, künstlerisch und an vielen Stellen ergreifend. Größtentheils bewegte sie sich um die in den Grundstein zu legenden Gegenstände und deren symbolische Bedeutung. Der Grundstein selbst ist ein Geschenk von Herrn Dr. L. A. Frankel, Aktuar der Gemeinde, der denselben während seines Aufenthaltes in Jerusalem — ich glaube auf dem Zionsberge — aushauen und von einem jüdischen Steinmezen bearbeiten ließ. Die nebst andern Gegenständen in den Grundstein zu legende Gründungs-Urkunde wurde von Herrn Dr. Frankel vorgelesen, worauf der Architekt Herr Prof. L. Förster einen Vortrag las, in welchem er den Bauplan und die Motive dazu detaillirt entwickelte. Die Versenkung des Steines geschah unter Leitung des Herrn Architekten von zwei Maurergehilfen in neuer Arbeits-Blouse, neuem Lederschurz und Hut, unter Absingung des V. 17. Ps. 118., woraus Herr Manheimer die ersten drei Hammerschläge gab. Die kurze Anrede, die er diesem Akte vorausschickte, elektrisirte durch Kraft, Gehalt und Begeisterung des Vortrages alle Anwesenden. Herrn M. folgte Herr Rabbiner L. H orowitz, welcher die Hammerschläge mit den Worten (Josua 24, 17.) הנה האבן הזאת תהיה כנו לעדה וכד einleitete, worauf die Mitglieder des Gemeindevorstandes und die andern anwesenden höher» Notabilitäten der^ Stadt sich an dem Akte betheiligten. Die Schlußrede und das Gebet hielt gleichfalls Herr Dr. Jellinek, woraus die Volks-Hymne, vorgetragen von sämmtlichen Kantoren und dem Tempel- Chore, den Beschluß machte. Orgeltöne, ich weiß nicht von welchem Instrumente, wurden als Begleitung der Gesangstücke wol zum legten, oder höchstens zum vorlezten Male, in diesem Tempel vernommen; denn, wie bekannt, hat sich der Vorstand — nach Bericht der Z. d. I. — in Folge eines abmahuenden Vortrages von Herrn Dr. L. A. Frankel, ^rr Nicht-Orgel im Tempel entschieden a). Der neue Tempel, hat demnach den: Hrn. Dr. Frankel viel zu verdanken. Mancher würde sagen: Positive und negative Größen heben sich gegenseitig auf. Allein zwischen einem stummen todten Stein und dem lebendigen, zum Herzen sprechenden und *) Diese Eindrücke hören aber natürlich auf, sobald die Synagogenbesucher sich ״satt gesehen" haben, und sich in ihrem Gotteshause einheimisch fühlen. Üed. a) Von diesem Vortrage oder Berichte des Hrn. Dr. F. ist in mehreren ZeLtblättern die Rede gewesen. Wenn es der Hr. Berichterstatter angemessen ^wet, denselben zu veröffentlichen, so stellen wir ihm hiemit mit Vergnügen ese Blätter zur Disposition. Ned.