Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 327 — Eine feierliche Grund- und Schlußsteiülegung fand nicht statt; der Hede Gott hat ja. nach Ps. 8. D 3. selber den Grundstein durch die Kinder gelM Und in der Lhat war es vorzüglich der Mund der Kinder, der bei dieser Melegenheit Aller Herzen für die Anstalt gewann; denn nachdem Herr Josef Wertheim er, der erste Gründer des Institutes, eine kurze, durch Inhalt und Bortrag allsgezelchnete Ansprache an die Anwesenden gehalten, unb Herr Prediger Manheim e r in seiner gewöhnlichen kraft-, geist- und weihevollen Weise die hohe Bedeutung dieser, wie. aller Jngendbildnngsanstalten, in seiner Äede hervorgehoben, und den Degen über die Anstalt nnd deren Gründer gesprochen: trugen zwei Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, ein Gedicht: ״Der Dank der Kleinen", von Dr. Leopold Kompert, iuU solchenl Verstandniß und solcher Innigkeit vor, daß alle Anwesenden ~~ die.pädagogischen Rücksichten ans den Attgen verlierend — in Beifallsrufen nnd Klatschen ausbrachen. —. Uns freute dieses heitere Intermezzo um so mehr, da dasselbe der einzige öffentliche Lohn war, der den Arbeitern in diesem wahrhaften Weinberge Gottes, Herrn und Frau Leide öd orf, welche seit sieben Jahren mit Kraft, Liebe und Eifer sich ihrem Berufe in dieser Anstalt hingeben, bei dieser Gelegenheit zu Theit ward. — Erhöht ward diese Einweihungsfeierlichkeit durch ein einleitendes Gesaugstück: ״Lied zur Einweihung", von Herrn Carl Saphir, in Musik' gesetzt von Herrn Ober-Kantor S. Sulz er. Komposition und Bortrag, vom Kompositeur und dem Chore, entzückten alle Zuhörer. Den Schluß machte ein von den Kindern gesungenes, in der Anstalt eingeführtes Lied: ״Gott erhalte Karoline", nach der Melodie der Volks-Hymne. Es ist dieses Lied eingeführt, weil Ihre Majestät die Kaiserin-Mutter die oberste Schutz-, sräu der Kinderbewahr-Anstalten Ln Oesterreich ist, und auch unsere Anstalt, trotz des früher» beschwerlichen Zuganges, zweimal mit höchst Ihrem Besuche beehrt hat. , Herr Jos. Wertheimer hat die Anstalt bei ihrer jetzigen Eröffnung mit dem Bildniffe der hohen Schutzfrau, das er zu diesem Zwecke anfertigen ließ, beschenkt. .Ich komme nun zum dritten Werke der Hochherzigkeit in hiesiger Gemeinde: der Grundsteinlegung in dem neuen ^mp-el '). : Eine Beschreibung des Gebäudes wäre hier am Unrechten Orte. Der Anblick von Außen ist imposant, und die FremdartigkeiL im Banstyle, das Orientalisch-manrische, erhöht den Eindruck durch den Reiz der Neuheit.; doch scheint das Neue und Fremdartige, Bunte und Mannigfache der inner» Ausstattnng auf den Besucher einen entgegengesetzten Eindruck zu machen. Es scheint nämlich mehr zerstreuend und verwirrend, als sammelnd und erhebend l) Warum die so hervorragend intelligente israel. Gemeinde Ln der Nest-׳ denz ihre Gotteshäuser nicht mit dem uralten historischen Namen ״Synagogen" , bezeichnet, ist uns unbegreiflich. jlte§. '