Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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wiegt oft das stolze Spenden der. Reichen gegen die freundliche Gabe der Arme», ohne die so lange kein Bedürftiger von ihrer Thüre geht, als noch ein leztes Stück Brod in ihrem Zimmer ist. Der berechnet die Wohlthaten, welche manches arme Frau an ihre kranke Nachbarin durch Nachtwachen, Wartung und Pflege leistet- Lieblose Beurtheilungen unseres Volkes wiesoft^wsirden sie selbst Feinde zurücknehmeu, würden sie dasselbe so kennen, wie der mit ,allen Schichten vertraute Arzt! De», Armen!!^Israel ist aber auch einZ'v ostlin Erfüllung gehender Lohn verheißen, den kein sReichthum' zn erkaufen im Stande ist y״:p תהת 22:׳. Ans den dunkeln Hütteu jüdischer Armen sind noch größtentheils die Koriphäen Israels hervorgegangen. Moses Mendelssohn, der Sohn des armen SoferS zu Dessau, machte Berlin zn einem, zweiten Zion, aus wclcher die geläuterte Lehre Gottes hervorging. Er lehrte die deutscheu Philosophen ihre lateinische Gelehrtensprache entbehre» — und die jüdischen Gelehrten ihre heilige Sprache — verstehen. Er legte den Bann in Fesseln״ damit er der Verkümmerung des Wahren und Guten keinen Vorschub leiste. Mit Recht wird er besungen: Gesetz nnd Wahrheit waren Lang' in Dunkelheit gehüllt, Bis Gottes Wort: es werde Moses — sie mit Licht erfüllt! Alles Hohe ist aber so schwer als selten, sagt Spinoza, welcher ebenfalls bei dem geringen Erwerbe eines Glasschleifers seinen angkstaunten Forschungen nachhieng. Erlauben Sie mir, theure Brüder, noch ein Wort. Der Wirkungskreis der ehrsamen Peerdigungsbrüdcrschaft ist ein zweifacher. Sie versorgt hiesige Hausarme niit ärztlicher Hilfe und Heilmitteln, und gewährt freutdeu oder auch einheimische» obdachlosen Kranken in dem, hiesigen gut organisirten Spitale das beste und gedeihlichste Unterkommen. Sie, meine Herren Kultusvorst,eher, haben ebenfalls, nebst andern Obliegenheiten, eine zweifache Aufgäbe — iltdem Hie Sorge zu tragen haben, daß der Privatunterricht i» den jüdischen Häusern sowol, als in der hiesigen öffentlichen Schule zur Realisiruug des k:״:p 22:׳ nnr! führe. Ich tvüilschtc, daß in .dem Untrrrichtsweftn ehe» so, wenig Stoff zur Klage wäre,