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Ben Chananja · 1858-01-01 · 7 (1858) · p. Seite 318

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
7 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 318 (sequence 30)
Language
German
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— 318 — der Dissertationen, wie sie uns von den alten Darschanim — und auch da nur von den sehr mittelmäßigen, denn die Größer» und Großen unter ihnen zeichneten sich zu jeder Zeit durch Ungezwungenheit, Klarheit der Begriffsdarstellnug, Beobachtung der grammatikalischen Regeln der hebr. Sprache und logische Folgerichtigkeit aus — vor Zeiten geboten wurden, und von manchen jenen nachäffenden und altseinwollenden heutigen Rabbinen noch geboten werden. Die Frage ist vielmehr: Darf oder soll sogar der jüdische Prediger in seinen Reden sich frei bewegen, schwierige Bibel- Verse erläutern, die Erklärung symbolischer Bilder aus dem Thalmud und Midrasch mitaufnehmen, und also die Eregese in seiner Predigt vorherrschen lassen? oder soll er das zu erörternde Thema ganz einfach vom Standpunkte der, jüdischen Religion aus abwickeln, höchstens hie und da einige Bibel- und Midraschauösprüche als einfache Belege zitirend? Zwar hat diese Frage lezterer Zeit die Aufmerksamkeit unserer Prediger auf sich gezogen und znm Theil schon ihre praktische Lösung gefunden, indem hervorragende jüdische Kanzelredner in ihren gottesdienstlichen Vorträgen den grellen Gegensatz zwischen Draschah und Predigt durch die Verschmelzung dieser beiden Vortragsweisen aufznheben, den Ansprüchen beider genaue Rechnung zu tragen, und die Lücken des Drusch durch die Predigt und die Lücken der Predigt durch den Drusch auszugleichen anfingen; trotzdem aber wird diesem Gegenstände noch nicht die ganze ihm gebührende Beachtung gezollt, wie überhaupt der größere Theil unserer Rabbinen und Prediger noch immer eine bedeutende Kluft zwischen diesen beiden sicht, so däß er, wenn er auf der einen Seite steht, glaubt, mit der andern nicht in Berührung kommen zu können oder zu dürfen. Wol bricht sich seit lezterer Zeit die Predigt immer mehr Bahn bei unsern Glaubensgenossen und gewinnt täglich mehr Anhänger und geneigte Ohren; eben deshalb müssen wir aber trachten, dieselbe so schmackhaft als möglich zu machen. Wenn schon unsere Väter sehr wählerisch waren, und sich mit dem so schmackhaften Manna vom Himmel nicht begnügten, indem dieses ihnen zu einfach und trocken vorkam, so wird die Mehrheit des heutigen jüdischen Auditoriums — ich spreche von

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