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Ben Chananja · 1858-01-01 · 7 (1858) · p. Seite 297

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
7 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 297 (sequence 9)
Language
German
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— 297 — Mahlzeit waren von gottesdienstlichen Formen begleitet 1). Während aber der Grieche seine «fyif je nach der Natur des Gegenstandes an verschiedene Gottheiten richtete, sollte der Jsraelite sein Herz immer und überall zu dem ״Ewigen, seinem Gotte, dem Könige der Welt" erheben. Die Einführung dieses frommen Gebrauches rührt, wie der geschichtskundige R. Jochanan ausdrücklich berichtet, von den Männern der großen Versammlung her 2). Diese waren vom Geiste wahrer und echter Religiosität so sehr beseelt, daß sie sich nicht scheuten, äußerlich eine fremde Sitte nachzuahmen, weil dem innersten Wesen gerade in jeder auszusprechenden Eulogie oder Beracha ein Protest gegen die hellenische Weltanschauung enthalten war. Dieser Protest trat besonders nachdrücklich bei denjenigen Eulogien hervor, mit welchen der Anblick der Naturerscheinungen und der Genuß der Naturerzeugnisse begleitet wurden. Die. Hellenische Weltanschauung führte jede Erscheinung und jedes Erzeugniß auf eine eigne Gottheit zurück; ste bevölkerte die ganze Schöpfung mit Göttern allerlei Art. Die jüdischen Eulogien bilden eine ununterbrochene, fortlaufende, feierliche Einsprache gegen diese Zersplitterung der höchsten Idee Eines Gottes in zahllose Götter; ste feiern in Allem, was die Natur erzeugt und bietet, de» Einen, ״der da spricht und es geschieht, gebeut und es steht da (Ps. 33, 9.)!" Wenn der Hellene des Morgens die Eos und den Helios begrüßte, sollte der Jsraelite sprechen: ״Gelobt seiest du Ewiger, unser Gott, König der Welt,. Schöpfer des Lichtes und der Finsterniß, Urheber des Friedens, Schöpfer des Alls, gelobt seiest du Gott, Schöpfer des Lichtes^)!" — Während der Hellene bei andrechender Nacht an die Nyr mit ihren schwarzen Flügeln dachte, rief der Jsraelite aus: ״Gelobt seiest du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der den Tag vorüberziehen läßt und die Nacht bringt, gelobt seiest du Gott, der die ') S. d. Belege bei Hermann gottesd. Alterth. §. LI. % Berach. 33, a. Dies ist wol die ursprüngliche Fassung der Beracha.

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