Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 296 — sind aber gefunden, sobald man die Zeit in's Auge faßt, wo der hasmonäische Befreiungskrieg sein Ziel erreichte, und die auserwähltesten Männer der Nation oder die Mitglieder der großen Versammlung allen Eifers daran,arbeiteten, ihrer Nation die Errungenschaften dieses Krieges zu sichern. Die Begeisterung des Krieges war mit dem Kriege nicht geschwunden. Die Erbitterung gegen den Feind dauerte fort, auch nachdem derselbe besiegt war. Waren ja Waffen in seinen Händen geblieben, die dem eigenen religiösen und nationalen Leben viel gefährlicher werden konnten, als das schärfste Schwert! Man sah die Nothwendigkeit ein, sich in dem angeerbten Heiligthume zu verschanzen. Und konnte dies auch für den Augenblick nicht durch feste Normen geschehen, so sprach man doch mit dem klaren Bewußtsein, daß in dem religiösen Leben eine neue Periode beginnen müsse, den Grundsatz auS: Machet einen Zaun um die Thora ')! Also nicht Mikrologie und nicht Werkheiligkeit diktirren diesen Grundsatz, sondern die aus großen Gefahren gerettete religiöse Nationalität. Diese konnte sich nicht befriediget fühlen, wenn sie den heiligen Boden der Heimat von den Fremden gereiniget sah; auch der heilige, ja-der heiligere Boden des Glaubens sollte vor dem Eindringen alles Fremden wie durch eine Ringmauer geschüzt werden, und geschüzt bleiben. 20. Ursprung der Liturgie. Trotz dieser grundsätzlichen Ausschließung jedes fremden und auswärtigen. Elementes war jene Zeit doch weise genug, auch von dem Feinde zu lernen, und sich das anzueignen, was derselbe Gutes und Nachahmenswerthes besaß. Die Männer der großen Versammlung verstanden es, diese Aneignung so zu bewerkstelligen, daß das eigne Erbe der Väter dadurch nicht beeinträchtiget, sondern erst recht befestiget wurde. Und diesem Streben verdankt ein sehr wichtiger Theil unserer Liturgie ihren Ursprung. Der bessere Grieche unternahm nämlich nie etwas Wichtiges ohne Gebet. Anfang und Ende des Tages, wie der Schluß der ') Ab. 1, S.