Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 294 zilbengei». Eine nicht leicht zu lösende Aufgabe! — Der Wonnedienst der griechischen Tempel und Altäre hatte einen unaussprechlichen Zauber. Die Götter sollten mehr durch Freudenals durch Bußtage versöhnt werden. Tänze und heitere Spiele waren mit dem Kultus verbunden. Drei Viertheile des Jahres umschlang mit ihren Festen die griechische Lebenslust! Mit solchen Reizen war der יצרא רעבודה ורה ausgestattet. Auf dichterischem Standpunkte opferte ja sogar Schiller demselben, indem er bei Betrachtung der griechischen Götterwelt ansrief: Schöne Welt, wo bist du? Kehre wieder, Holdes Blüthenalter der Natur! Ach nur in dem Feenland der Lieder Lebt noch deine goldne Spur. Und haben es Schriftsteller des 18. Jahrhunderts., wie Kleist, Benkowitz und Stolberg für nöthig gehalten, den besungenen Göttern Griechenlands in Reimen und in Prosa entgegenzutreten; wie anlockend und verführerisch mußten diese Götter erst zu einer Zeit erscheinen, wo sie von Herrschern und Völkern in zahllosen Tempeln angebetet wurden? — Dazu kommt noch, daß die höchsten Güter, der Gottesglanbe, das heilige Gesetz und die väterliche Sitte, dem bessern Theile der Nation desto thenrer geworden waren, je größer die Gefahr gewesen, dieselben zu verlieren. Denn ob auch bei einem Unglücklichen Ausgange des Kampfes den Bessergesinnten noch immer der Answeg offen blieb, in jene Länder anszuwandern, wo zahlreiche Stamm- und Glaubensgenossen sich der freien Uebung ihrer Religion erfreuten; so wäre doch zn jener Zeit dem Judenthume der Lebensnerv abgeschnitten worden, wenn Judäa vollständig gräcistrt worden wäre. Und wie viele religiöse Hebungen waren von dem Besitze des heiligen Landes und des Tempels unzertrennlich! Durch die blutigen Kämpfe gegen die Syrer wurde die Thora das selbsterrungene, theuerste Eigenthum der Nation. Es ist aber dem Menschen stets das das Theuerste, dessen Erringung ihn die meiste Anstrengung und die größte Allsopferung gekostet hat! Hatten also die hasmonäischen Sieger etwas Dringenderes zu thun, als sich nnd ihren Nachkommen den Besitz des selbsterrun-