Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 293 — Götzen", war zwar in Israel seit Mose's Zeiten herrschend: aber die heidnischen Götter sämmtlich oder auch einzeln schlechthin, ja sogar in einfach erzählender Rede Gräuel, Abscheu und ähnlich zu benennen, wird herrschend erst in der babylonischen Verbannnng 1)". Dieser Geist blieb während der ganzen persischen Epoche herrschend in Judäa. Zwar war diese Zeit nicht vorübergegangen, ohne die jüdische Denkweise in mancher Beziehung alterirt zu haden; im Wesentlichen blieb indeß das religiöse Bewußtsein nngetrübt und die väterliche Sitte unverlezt. Dieselbe religiöse und volksthümliche Integrität behauptete sich auch in den ersten 150 Jahren der griechischen Oberherrschaft. Dabei lebten Juden und Griechen im besten Einverständnisse. Der griechische Leichtsinn und Götzendienst schienen Anfangs nicht verführerisch; dagegen wurde die Bedeutung griechischer Kultur und Wissenschaft von Vielen anerkannt. In diesem Geiste scheint der Hohepriester Jason, Sohn Simon's II., gewirkt zu haben. Eigentlichen Verrath an der väterlichen Religion ließ sich erst Menelaos, der nachfolgende Hohepriester, zu Schulden kommen. Menelaos stand an der Spitze der Partei, durch deren Hilfe Antiochus Epiphanes Juda ganz umzugestalten beschloß. Ob nun dieser Beschluß des Syrerkönigs erst zur Reife kam, nachdem er seinen Kriegszug gegen Egypten beendet hatte; oder ob er schon in Rom, wo er als Geißel lebte, den Vorsatz faßte, seinen bunt zusammengesetzten Staat nach dem Vorbilde des römischen zu einem geordneten, mit, überall auf gleiche Weise geltenden Gesetzen machen zu können; — jedenfalls hätte er die Ausführung verschoben, wäre nicht in Juda selbst eine Partei seinen Tendenzen bereitwillig entgegengekommen. 4 Im Hinblicke ans diese Partei konnte man selbst nach der siegreichen Beendigung des Kampfes das in Syrien, Aegypten und Kleinasten blühende Grtechenwesen nicht für gefahrlos halten. Die Männer der großen Versammlung betrachteten es daher als eine Forderung der Religion und der Vaterlandsliebe, jedem künftigen Abfalle zum Griechenthume durch wirksame Maßregeln vor- ') Gesch. IV. S. 32 ff.