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Ben Chananja · 1858-01-01 · 6 (1858) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 285 (sequence 45)
Language
German
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— 285 — aus bloßem Versehen sich eingeschlichene Unrichtigkeit nicht gerügt, wenn sie nicht ein Citat aus der heiligen Schrift beträfe, die, selbst in der Ueberfetzttng, zumal in einem Volksbnche, in ihrer ursprünglichen Authentizität zn erhalten, Pflicht eines jeden religiösen Menschen ist. Mit einigen Bemerkungen über die jüd. Lesestücke in der Fibel wollen wir unfern Aufsatz schließen. In diesem Büchlein hat es der Lehrer mit Kindern zu thun, die dem Gedankengange des gesprochenen oder gar gedruckten Wortes sehr schwer folgen können. Alles, was diesen Anfängern geboten wird, muß seinen Zusammenhang mehr in den ausgedrückten Gedanken selbst, als in den conjunktiven Sprachformen haben. Es muß daher der Lehrer oder sein Stellvertreter, das Buch, in kurzen Sätzen zu ihnen reden. Desgleichen muß auch der Inhalt vollkommen klar und höchst einfach sein, wenn ihn anders die Anfänger auffaffen und mit Klarheit in sich sollen anfnehmen können. Diesen beiden wesentlichen Erfordernissen hat der Vers, in den vier jüd. Lesestücken nicht entsprochen. Beispielshalber wollen wir einen solchen langathmigen Satz hersezen: S. 77 „die Pnrimtage sind Tage der Lust und der Wonne, denn vor vielen hundert Jahren wollte der böse Hainau vertilgen und vernichten alle Juden, vom Jüngling bis zum Greise, Kinder und Frauen, alle an einem Tage, aus den das Loos gefallen war, und wollte ihr Hab und Gut zum Raube dahin geben; da hat Gott, der Barmherzige, die Pläne der Gottlosen zerstöre, das Unglück von den Juden abgewendet, und ihren Kummer in Freude mit» ihre Roth in Fröhlichkeit umgewandelt". Desgleichen sind nicht sonderlich zu loben Ausdrücke, wie S. 06: „Freuet euch in Gott", bei dem Kinder dieser Lesektaffe sich gar Nichts denken können. Zu tadeln gar ist der Ausdruck S. 73, daß der Israelit am Jom Kippur sich mit Gott aussöhnt. Mit seinesgleichen söhnt sich der Mensch aus; bei Gott dagegen sucht er Versöhnung. In der höher» Schreibart und in einem viel tiefem Sinne, als ihn Kinder zu fassen vermögen, ist ein solcher Ausdruck gestattet. Unfern Beifall müssen wir auch versagen der S. 73 angeführten symbolischen Deutung des Feststraußes. Aus den verschiedenen, von unseren Religions-Philosophen diesem Gebote gegebenen Deutungen (M. Jalknt 651; More Rebuchim Th. 3, Abschnitt 43; Jzachinuch G. 324; Nachmanides und Aben Esra zur Stelle) hat der Bearbeiter der jüd. Lesestücke in der Fibel zwei zu combiniren gesucht, die sich unglücklicher Weise widersprechen. Denn zuerst heißt es das.: „Jede einzelne dieser Pflanzen ist ein Bild der Fruchtbarkeit und ein Zeichen der göttl. Gnade und Barmherzigkeit"; also M y r t h e und B a ch w e id e auch Bilder der Fruchtbarkeit (Maimonides). Gleich darauf heißt es aber: „Vereint seht ihr die köstliche Frucht des Südens (ein zu poetischer Ausdruck für diese.Klaffe), den Ethrog, mit der so nnscheinbareu, keine Frucht tragenden Bach weide"! (M. Jalkut). — Die Deutung des Maimonides läßt sich wohl rechtfertigen, worauf eines Nähern einzugehen, hier nicht der Ort ist; aber das nicht, eine

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