Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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— 277 — Israeliten spanischen und portugiesischen Ursprunges in Zukunft mehr Anfmerksamkeit zu widmen. Man erwartet u. s. w. Temesvar, am 5. März 1858. Für Seine Ercellenz den Herrn k. k. Gouverneur: Schmidburg. An die Direkzion der k. k. israelitischen Mnsterhauptschnle. Nachbemerkung -er Kedaktion. Da die k. k. israel. Muster-Hauptschule zu Temesvar von deutschen und sefardischen Kindern besucht wird, die Verschiedenheit der Aussprache aber den Unterricht verwirren und beeinträchtigen müßte; so dürste es schwerlich in Abrede zu stellen sein, daß die sefardische Aussprache, als die richtigere, den Vorzug verdiene. In rein deutschen Gemeinden wäre die Einführung des Sefardismus mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Ja selbst in Temesvar scheint uns die neue Maßregel im Anfänge nur in der I. Klasse konsequent ausführbar zu sein. Jedenfalls wird dort, wo der Sefardismus eingesührt wirdder Lehrer des Hebräischlesens tüchtige Kenntniß der hebr. Elementargrammatik besitzen müssen, was übrigens auch bei der herkömmlichen Aussprache sehr wünschenswerth ist. Wie der die Gebete betreffende Theil des h. Statthalterei-Erlasses zu effektuiren sei, können wir uns nicht klar machen. Die typischen Gebete, die allein Gegenstand des Unterrichtes sind, bleiben sich im deutschen und sefardischen Ritus gleich, und unterscheiden sich bloß durch sehr unwesentliche Varianten. Der Unterschied zwischen den beiden Riten betrifft bekanntlich bloß die Synagogalpoesien, Pij.jntim. Diese bilden aber keinen Gegenstand des Jugend- Unterrichtes. Daß die Sprache der sefardischen Pajetanim ohne Vergleich korrekter und reiner sei, als die der deutschen, unterliegt keinem Zweifel. Dagegen werden viele jüdische Theologen schwerlich geneigt sein, den sef. Pijjutim eine größere Gediegenheit des Inhaltes zuzuschreiben. Preßbnrg, Mai 1858. Die hiesige Gemeinde gehört zu den ältesten jüd. Gemeinden in Ungarn; die bedeutende Anzahl ihrer Mitglieder, und die Zeugnisse, welche die Denkmäler über hervorragende Autoritäten ausstelten, die hier gelebt, gelehrt, gewirkt haben, erhebt sie zn den ersten Gemeinden im Lande. Sie hatte eine Epoche, in der man sie eine!עיר פלא!־ nennen konnte, von der man sagen durfte: פשם תצא תלרח. Die freundlichen Leser dieser geschäzten Blätter erwarteten daher mit Recht von hier ans die interessantesten und belehrendsten Notizen über das hiesige Gemeindeleben. Die Enttänschung mag wol ärgerlich sein; allein der Grund dieser Unterlassung liegt weder in dem Mangel an Achtung für das lesende Publikum, noch in einem Mangel an Stoff: er liegt einzig in meiner friedliebenden Individualität, die nicht geneigt ist, irgend eine Polemik hervorzurnfen. Während ich mit den hiesigen Gemeindezuständen und mit Allem, was die frommen Vorsteher unternehmen und ansführen, vollkommen einverstanden bin, und in allem Thun und