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Ben Chananja · 1858-01-01 · 6 (1858) · p. Seite 273

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 273 (sequence 33)
Language
German
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>— 273 — zweckmäßige Erziehung der Jugend bleibende Verdienste erwirbt. Ich hoffe, Ihnen hierüber nächstens ausführlich berichten zu können". Esseg, Mai 1858. Der ״Ben-Chananja" hat sich das würdige Ziel gesezt, nebst wissenschaftlichen Abhandlungen auch Mittheilungen über Gemeindeznstände seine Spalten zu öffnen. Mögen Sie daher, hochwürdiger Herr Redakteur! nachstehender Skizze ein Winkelchen in Ihrer geschähen Monatschrift gewähren. In der königl Freistadt Esseg wohnte in Folge allerh. Privilegiums der Kaiserin Maria Theresia vom Jahre 1777 und in Folge des vom Kaiser Josef I. im Jahre 1791 ertheilten Toleranz-Ediktes die Familie Singer. Im Jahre 1802 erhielten vom Kaiser Franz die Toleranz auch die Herren Dirnbach und dessen Eidam Pfeifer, 1803 I. Krauß und 1817 A. L. Krauß. Diese bilden die jüdischen Stammeinwohner. Im Jahre 1826 übernahmen mehrere fremde Israeliten städtische Benesizien, hielten ein Betzimmer und vergrößerten den Friedhof in der Unterstadt, wo sie fast alle wohnten. Erst mit dem Jahre 1845 wuchs die Zahl der hier und in Rötfalu — wo schon seit 1821 Bernh. Obersohn tolerirt war — wohnenden Israeliten zu einer Korporation an. Sie mietheten auf 12 Jahre "eine Lokalität zu einer Synagoge, wählten Kuratoren. und gründeten eine Beerdigungs-Gesellschaft (הברה קדישא דג״ח)• Dabei blieben sie nicht stehen; sie fühlten den Drang nach Besserem, und sezten sich ein würdiges Ziel : sie wollten als eine anerkannte Kultusgemeinde anderen Jsraelitengemeinden gleich sein, um schönere Bestrebungen verwirklichen zu können. Sie suchten und fanden bei dem lobt. Magistrate ihre Anerkennung und die Ernennung eines Kommissärs in der Person eines Magistratsrathes, unter dessen Aegide ein Vorsteher mit Beisitzern unter dem Namen ״Sechser" gewählt wurde, welche Norm noch heute besteht. Der Vorsteher Markus Spill er, der noch gegenwärtig das Vorsteheramt bekleidet, und der Beisitzer Med. Dr. Mor. Reiner verfaßten Gemeinde- Statuten aus 29 §§., welche die h. behördliche Genehmigung erhielten '). ' S. S. KeKthely, Mai 1858. Die hiesige israel. Kultusgemeinde zählt 135 Familien, der Mehrzahl nach wohlhabend und strebsam für Kunst und Wissenschaft. Der Vorstand, aus praktischen und wissenschaftlichen Männern zusammengesezt, ist bemüht, den noch unvollkommenen Zustand auf den erwünschten Standpunkt zu bringen, was sich auch, trotz mancherlei Hindernisse von Seiten einiger Einsichtslosen, zu realisiren beginnt. Wir sind im Besitze eines neuerbauten prachtvollen Tempels und eines zweckmäßigen Schullokales für vier Klaffen, verbunden mit einer Mädchen-Industrieschule. Das Lehrpersonal ist redlich bemüht, das ihn! geschenkte Vertrauen zu rechtfertigen. Leider vermissen wir jedoch auf der Kanzel das erleuchtende, leitende und lehrende Wort: wir ') Die versprochene Fortsetzung erwarten wir. tted. Ben-Uhananja 1858. VI. 18

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