Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Schlegel und Anderer haben dieses Interesse des Alterthums und Mittelalters vollkommen gerechtfertigt, indem sie uns überzeugt, daß Indiens reicher und üppiger Vegetation dessen geistige Produktionen auf würdigster Weise entsprechen. Mit Staunen blicken wir auf die riesigen Resultate, die sie. in Kunst und Wissenschaft erzielt, mit tiefer Ehrfurcht und Bewunderung erfüllen uns die tiefdurchdachten und dennoch kindlich naiven Ideen, auf denen ihr Religionsgebäude ruht. Weil aber das Hanptcharakteristikon und Kriterion ihrer Vedas, Puranas und Epen der tiefste religiöse Emst ist; weil die heiligste Andacht bei Anschauung der Gotteswerke, die das ganze Leben in allen seinen Verzweigungen vibrirende Ehrsucht vor der Gottheit wie ein goldner Faden das ganze bunte Gewebe ihrer reichhaltigen Werke durchzieht: ist man leicht auf das Analogon bei den Hebräern gekommen. Wundersam treffen wir ähnliche Prinzipien und Elemente in der Kulturgeschichte beider Völker; wundersam spricht sich ihrer Beiden Heiligstes über ihren Ursprung ganz analog ans; noch merkwürdiger ist in ihren Kosmogonien und spätem Religions- und Geisteswerken eine nicht zu verkennende Aehnlichkeit zu finde». Andeutungsweise haben bedeutende Celebritäten, wie: Bohlen, Kalthoff, Ewald, Buttmann und Johansen schon daraus hingewiesen. Indem dies aber nur andeutungsweise geschehen, haben sie den Leser bloß auf eine Analogie aufmerksam gemacht, es seinem Wissensdnrste überlassend, die Ursache, Ausdehnung Art und Weise derselben zu erforschen. Ein der Forschung würdiger Gegenstand, der manches Dunkel in der Kultur sowol der Inder als der Hebräer erleuchtet und für die Wissenschaft so manches Nützliche in seinem Schooße birgt. Nur darf eine solche Forschung sich keine Ausschreitung über die Gränzen der Wahrheit und Wirklichkeit erlauben^ darf nicht durch vage Hypothesen, Annahmen und Schlüffe dem Assoziationsvermögen zu viel Rechte einräumen, wie es bei denen z. B. der Fall ist, welche behaupten: die hebräische monotheistische Kosmogonie sei ans der indischen geflossen oder das indische svajambhn entspräche dem heiligen hebräischen Tetragam u. a. m. Das Bodenlose solcher Behauptungen werden wir weiter darthun.