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Ben Chananja · 1858-01-01 · 6 (1858) · p. Seite 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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— 259 Zur Auffindung der Analogien in der indischen und hebräischen Kultur eignet stch am Besten eine kulturhistorische Parallele zwischen Beiden, welche den doppelten Nutzen der Kenntnißnahme dieser Analogien, als auch der in einem gewissen Zeitpunkte eintretenden Divergenz bietet. Wir sagen eine kulturhistorische Parallele, um den Begriff der Kulturgeschichte in derselben von dem der Geschichte zu trennen, denn es handelt sich zu unserem Zwecke blos um die geistigen Elemente, deren Wiege zu ergründen, deren Kindheit und Wachsthum wir zu verfolgen haben. Nnd wenn auch Hegel unter Geschichte „den Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit" versteht, wenn auch Herbart behauptet: die Geschichte sei-das Erzeugniß einer fortwährend im Wachsen begriffenen geistigen Kultur und so ein Werk, an dem Moses, die Profeten und die andern großen Männer der Jahrtausende gearbeitet; so ist doch eine Begriffsverwechselung nicht zu verkennen, indem sie beide von der Naturgrundlage abstrahiren und in ihrer Definition die Geistesansdrücke zur Behandlung nehmen, die in das Gebiet der Kulturgeschichte gehören. Die erste Form der Wirksamkeit des Geistes liegt in den religiösen Begriffen. „Alle Verschlingungen der menschlichen Verhältnisse, Alles, was Werth für den Menschen hat — sagt Hegel — findet seinen lezten Mittelpunkt in der Religion. Sie ist Anfang und Ende von Allem, wie auch die Mitte, die Alles belebt; sie beschäftigt sich mit Gott, der sich Zweck und Endzweck ist; die Völker haben dieses religiöse Gefühl als Zweck und Endzweck angesehen , als die wahre Würde des eigenen Lebens". Die ersten religiösen Begriffe liegen deutlich und klar gezeichnet in den Kosmogonien aller Völker. Sie sind die ersten Früchte der Besonnenheit, des Selbstbewußtseins und der Weckung der Reflexion, nachdem dieselben eine geraume Zeit in unmittelbarer unerweckter Gefühlsanfchauung verlebt. Jede kulturhistorische Betrachtung muß dieselben als enge verwachsen mit sich selbst ansehen. Nicht minder darf in derselben der Einfluß der geografischen Lage ganz unerwähnt bleiben, denn wenn trotz der allgemeingültigen Einheit des Geistes eine solche Verschiedenheit in den geistigen und sittlichen Anlagen, in der geistigen und sittlichen Entwicke- 17*

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