Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2542917-2543107-2543114--0260-2543946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
dieselben in seinen Lehrplan anfnimmt; so wird doch kein Besonnener so lieblos sein, Leztern für einen schlechtem Juden zu halten als den Galizianer. Vielmehr wird anerkannt werden müssen, Di'. H. stehe auf einer höhern Bildungsstufe! Wenn der Bericht der Rabbinerschule zu Etsenstadt im Vergleiche zu den Programmen des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau sehr armselig erscheint, so wird Niemand den Grund dieser Erscheinung in der Orthodoxie Hildesheim's und der Heterodorie Frankel's suchen. Wird ja Lezterer für das Haupt der konservativen jüdischen Theologenschule in Deutschland gehalten! Allein Dr. Frankel ist ein gelehrter Mann, der auf der Höhe der Zeit steht. Dr. Hildesheim stellt sich selbst ein höchst bedauerliches Armutszeugnisi aus, indem er mit rührender Naivetät die lateinische Grammatik zu den Realgegenständen zählt (S. 33.), und den Text des bei der Prüfung gehaltenen homiletischen Vortrages mit den Worten bezeichnet: „Ueber den Beruf eines Rabbiners (S. 32)!!" Also nicht einmal den Unterschied zwischen Tert und Thema kennt dieser Rabbine, der Direktor und Professor aller Wissenschaften an einer Rabbinerschule ist! Wir hoffen, diese unsere Beurtheilung werde nicht zu strenge befunden werden. Da Dr. H. und seines Gleichen wirklich das Verdienst haben, die Altorthodorie um einige Schritte vorwärts zu bringen, so verdienen sie mit Nachsicht und Schonung beurtheilt zu werden. Treten aber die Herren als Schriftsteller auf, und geben dabei Blößen, welche geeignet sind, die jüdische Theologie und Wissenschaft und mithin auch das Judenthum herabzusetzen, dann würde ein nachsichtiges Stillschweigen nicht den so sehr wünschenswerthen Fortschritt fördern, sondern den Verfall. Hr. Dr. H. hat eine eigenthümliche Didaktik. Cr berichtet ausführlich über seine Lehranstalt für Rabbinatskandtdaten, ohne anzugeben, welche Vorkenntnisse beim Eintritte in das Institut gefordert werden. Gelegentlich erfahren wir, daß Wurst's Sprachdenklehre dem eigentlichen deutschen Unterrichte zu Grunde gelegt werde (S. 33). Welchen gebildeten Juden muß es aber nicht schamroth machen, wenn der Direktor einer Wisch-theologischen