Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 5 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 227 — Zur Einteilung Ln den Thatmud. Die Melmterpretation der Nabbinen. Bon vr. M. Dnschak, Rabb. in Gaha. (Schluß) '). Die Anwendung der h. S. als bloße Anlehnung אסטכתא für irgend einen Gedanken äußert sich ganz besonders in der Haggada. Die Haggada, dieser wichtige Zweig der Thätigkeit der Alten, beschäftigt sich a) mit der geraden und natürlichen Auffassung der Bibel; b) mit der Auslegung und Anwendung derselben auf Alles, lvas weder das überlieferte Gesetz, noch die Verbindüng des traditionellen Gesetzes mit dem Schriftterte betrifft. Auf dem Gebiete der Haggada herrscht vollkommene Freiheit**), jeder Einzelne konnte nach eigener Einsicht haggadische Elemente produziren, niemand war, wie in der Halacha, an eine Autorität, an eine Behörde, an eine Schule, an eine Lehre oder an einen Lehrer gebunden. Die Haggada brauchte nicht, wie die Halacha, überkommen, gehört, sondern nur gesagt zu sein. Die einzige Antori« tät, welche den Geist und das Wesen der Haggada dominirte, war die Stimme der öffentlichen Meinung, die Stimme der Sitte und der Sittlichkeit. Die Auffassung der Bibel nach dem geraden und natürlichen Wortverstande heißt ׳סשט wahrscheinlich von סשט< ausziehen, entkleiden, weil man dabei das Wort oder den Satz ihrer Hülle entkleidet, um den Sinn und die Bedeutung derselben zu zeigen 3). Die Auslegung und Anwendung derselben ans neue Fälle ') S. oben S. 116 ff. ־) Ein Haggadist bezieht sich sogar (Baba Kama 84) auf die Scptuaginta, welche die Stelle ולכ5ק יוטב in Leiden Decalogeu hat, und wie viele Haggadisten hat diese Agadastelle wieder in Anspruch genommen! S. Kochbe Jizchak 20. Heft, die Deutung dieser Agada von Hrn. Rabb. Horowitz in Wien, der jedoch an den Tert der Septuaginta nicht dachte. (S. Lemb. Jesch. U. 1, 24 ff). 3) S. nt. prakt. Einl. in d. h. Schr. §. 108 Amt. llcd. 15*